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04.12.2010 1940
Studie zu Rechtsextremismus - "Westerwelle hat Sarrazin den Weg bereitet"

Die Islamfeindlichkeit nimmt in Deutschland zu, das ergab eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Der Leiter der Studie, der Sozialpsychologe Oliver Decker, sagt im Interview mit sueddeutsche.de: "Westerwelle hat Sarrazin ein Stück weit den Weg bereitet." (© dapd)
Interview: O. Das Gupta

Islamfeindlichkeit und der Wunsch nach einem "Führer": Sozialpsychologe Oliver Decker über wuchernde rechtsextreme Ansichten und unterschwelligen "Rassismus" bei Horst Seehofer.

Oliver Decker lehrt Sozialpsychologie und Organisationspsychologie an der Universität Siegen sowie an der Philosophischen Fakultät der Universität Hannover. Gemeinsam mit Elmar Brähler leitete Decker die Studie "Die Mitte in der Krise" an der Uni Leipzig, die im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung angefertigt wurde. Die Ergebnisse der Erhebung belegen, dass immer mehr Menschen in Deutschland zu rechtsextremen Ansichten neigen.

sueddeutsche.de: Herr Decker, die Islam- und Fremdenfeindlichkeit wächst, jeder Zehnte fände sogar gut, wenn ein "Führer" diktatorisch regieren würde - das ergibt die Studie, an der Sie mitgearbeitet haben. Bräunt Deutschland politisch?

Oliver Decker: Der Sockel der rechtsextremistischen Einstellungen in Deutschland war schon vorher vorhanden - allerdings eher latent. Doch inzwischen werden diese Ansichten eher geäußert als in der Vergangenheit.

sueddeutsche.de: Wie erklären Sie diese Entwicklung?

Decker: Der Anteil der Nicht-Festgelegten war schon bei früheren Umfragen hoch. 16 Prozent der Befragten sind sich auch diesmal nicht sicher, ob sie einen "Führer" haben wollen, der "zum Wohle aller mit harter Hand regieren soll". Diese Teils-Teils-Zustimmungen kommen zu einem großen Teil auch von Leuten, die den Aussagen grundsätzlich zustimmen würden, aber damit hinter dem Berg halten - weil sie damit rechnen, dass das sozial nicht akzeptierte Positionen sind. Die anderen bekennen sich inzwischen offen zu ihrer Haltung.

sueddeutsche.de: Worauf führen Sie das zurück?

Decker: Ich verweise auf zwei Aspekte: Zum einen können wir auf einen Befund aus dem Jahre 2002 zurückgreifen. Damals hatten wir in Westdeutschland die höchsten Antisemitismus-Zustimmungswerte. Unsere Erhebung fiel zusammen mit der Kampagne des damaligen FDP-Politikers Jürgen Möllemann.

sueddeutsche.de: Dessen Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen zeigte klar antisemitische Züge.

Decker: Richtig. Dadurch fühlten sich einige der Befragten ermuntert, Aussagen zuzustimmen wie "Juden haben etwas Eigentümliches und passen nicht zu uns". Eine solche Entwicklung lässt sich sicherlich auch zurückführen auf ausgrenzende Reden und Minderwertigkeitsdiskurse in der Gesellschaft, die sich freilich nicht nur gegen Migranten richten.

sueddeutsche.de: Von welchen anderen Gruppen sprechen Sie?

Decker: Zum Beispiel, wenn Empfänger von sozialen Transferleistungen stigmatisiert werden. Dann sind viele Menschen bereit, einen aggressiven Impuls, ein Ressentiment, das sie in sich tragen, auch gegen diese Gruppe zu richten.

sueddeutsche.de: Was ist der zweite Aspekt, mit dem Sie die wachsenden rechtsextremen Einstellungen erklären?

Decker: Es ist der Stellenwert, den die Wirtschaft in Deutschland hat. Die weltweite Krise lässt die Aggressionen nun noch deutlicher zu Tage treten - bei denjenigen, die ein Ventil suchen. Momentan sind das Ausländer im Allgemeinen und Muslime im Besonderen.

sueddeutsche.de: Seit Wochen wogt eine Islamdebatte durch Deutschland. Hatte diese durch ein Buch des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin ausgelöste Kontroverse Einfluss auf Ihre Studie?

Decker: Nein, wir haben die Erhebung vorher durchgeführt. Aber: Sarrazin hat sich ja bereits in der Vergangenheit gegen sozial Schwächere geäußert, das richtet sich ja bei ihm nicht nur gegen Migranten, sondern auch Hartz-IV-Empfänger. Der Resonanzraum, der Sarrazin nun zum Schwingen gebracht hat, existierte also schon, bevor er sein Buch veröffentlicht hat. Entsprechende Ausfälle gegenüber Menschen mit ausländischem und muslimischem Hintergrund hat es ja schon vorher gegeben. Offensichtlich werden sie nun begierig aufgegriffen. Scheinbar brauchen viele Menschen einen Blitzableiter, Sündenböcke, ein Feindbild.

sueddeutsche.de: Wenn es diesen Resonanzraum gegeben hat, warum erhielt dann FDP-Chef Guido Westerwelle so wenig Zuspruch, als er im Frühjahr sozial Schwache attackiert hat und vor "spätrömischer Dekadenz" warnte?

Decker: Das liegt vermutlich daran, dass Sarrazin viel deutlich ressentimentgelandener redet als Westerwelle. Die 'römische Dekadenz' richtet sich ja nicht unbedingt gegen sozial Schwächere. Wenn man aber wie Sarrazin, von "Kopftuchmädchen" spricht und kulturalistisch und biologistisch argumentiert, dann spricht man diese Menschen viel leichter an. Ähnlich hat es ja auch CSU-Chef Horst Seehofer mit seinen Äußerungen zu "Kulturkreisen" versucht. Im Grunde genommen ist das ein Rassismus, der sich aus der Andersartigkeit und Minderwertigkeit der anderen Kultur begründet. Westerwelles Äußerungen sind sozusagen Vorfeldbemerkungen, die das politische Klima verschieben. Solche Formulierungen ermuntern andere, sich zu Wort zu melden, noch drastischere Dinge zu sagen.

sueddeutsche.de: Profitiert also Sarrazin von der "Vorarbeit" von Westerwelle und anderen?

Decker: Leider ja. Man muss das klar benennen: Westerwelle hat Sarrazin ein Stück weit den Weg bereitet. In dem Moment, in dem sich Vertreter demokratischer Parteien entweder aus Neigung oder politischem Kalkül solcher ressentimentgeladener Reden bedienen, heizen sie diese Diskurse an.

"Eine Spirale, die das politische Klima in Deutschland wandelt"

sueddeutsche.de: Horst Seehofer will so die Klientel seiner ramponierten Partei animieren, das nächste Mal wieder CSU zu wählen. Verfängt ein solches Kalkül?

Decker: Kurzfristig mag das Erfolg haben. Aber mittelfristig bereitet das rechtspopulistischen bis rechtsextremen Wortführern den Boden. Das setzt eine Spirale in Gang, die das politische Klima in Deutschland wandelt - und irgendwann auch die politische Landschaft ändert. Es ist ein Irrtum zu glauben, demokratische Parteien könnten durch solche Aussagen Wähler an sich binden.

sueddeutsche.de: Wie meinen Sie das?

Decker: Jemand, der das Ressentiment noch stärker betont als die Vertreter demokratischer Parteien, ist für aufgestachelte Menschen immer die bessere Wahl. Die denken sich dann: Gehen wir gleich zum Original. Im Nachgang ist es umso schwerer für Politiker demokratischer Parteien, sich von extremistischen Ansichten abzugrenzen.

sueddeutsche.de: Spielt auch eine Rolle, dass die Union mehr und mehr das National-Konservative abgestreift hat?

Decker: Die Konservatismus-Debatte bei CDU und CSU spielt da sicher auch eine Rolle, wobei führende Vertreter der CDU erkannt haben, dass der eingeschlagene Kurs richtig ist. Es ist sehr verdienstvoll von Kanzlerin Angela Merkel und Leuten wie Unionsfraktionschef Volker Kauder, dass sie auf solche ressentimentgeladenen Reden verzichten und auf die eigentlichen Ursachen verweisen. Es ist wichtig, nicht nur von Migranten Integration zu fordern, sondern, wie Kauder, auch zu betonen, dass die Gesellschaft offen sein muss für Integration und die Aufnahme sozial Schwacher.

sueddeutsche.de: In Ihrer Studie heißt es, die rechtextremen Ansichten seien in allen Schichten und Milieus zu finden. So ist auch erklärbar, dass SPD-Chef Sigmar Gabriel wütende Reaktionen von vielen Parteimitgliedern erhält, nachdem ein Ausschlussverfahren gegen Thilo Sarrazin eingeleitet wurde.

Decker: Die Entwicklung ist grundsätzlich eine Gefahr für alle demokratischen Parteien. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Anfälligkeit dafür unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Und es ist wichtig, hier Aufklärungsarbeit und eine klare Abgrenzung vorzunehmen, wie es eben mit der Reaktion der SPD auf Sarrazin auch erfolgt ist. Wie groß die Versuchung ist, sieht man aber jedes mal auch in Wahlkämpfen, wenn Politiker versuchen, Ressentiments einzubinden.

sueddeutsche.de: An welches Ressentiment denken Sie?

Decker: Wenn man behauptet, "Fremdarbeiter" würden deutschen Männern und Frauen die Jobs wegnehmen - Oskar Lafontaine äußerte sich so.

sueddeutsche.de: Gibt es in absehbarer Zeit eine erfolgreiche Rechtsaußenpartei in Deutschland?

Decker: Schwer zu sagen. Nur: Das bisher bekannte Führungspersonal im rechtsextremen Spektrum besitzt die Fähigkeiten nicht.

sueddeutsche.de: Was würde zu so einem Profil gehören?

Decker: Eine solche Persönlichkeit müsste fähig sein, eine Partei mit funktionierenden Strukturen zu führen, sie müsste fähig sein, mit politischen Institutionen umzugehen und sich in politischen Netzwerken zurechtzufinden. Das Problem, das ich eher sehe, ist, dass eine bislang demokratische Partei kippt. Denn in einer etablierten Partei sind ja schon funktionierende Strukturen und dementsprechendes Personal vorhanden.

sueddeutsche.de: Können Sie ein Beispiel nennen?

Decker: Jörg Haider hat das erfolgreich vorexerziert, als er die österreichische FPÖ in den achtziger Jahre übernommen hat. Es ist auffallend, wie nah sich manchmal rechtspopulistische und liberale Positionen sind. Es ist kein Zufall, dass der Freidemokrat Jürgen Möllemann auf dieser Klaviatur gespielt hat. Wenn er nicht den Freitod gewählt hätte, wäre er eine Person, die auf die Beschreibung, die ich vorhin gegeben hatte, passen würde. Möllemann war Abgeordneter, Minister und Parteifunktionär. Er kannte die Abläufe, er wusste, wie eine erfolgreiche Partei funktioniert. Er hätte - vielleicht auch als Abspaltung - eine solche rechtspopulistische Bewegung führen können.

Quelle: www.sueddeutsche.de ... »

04.12.2010 1939
Kritik der muslimischen Verbände - „Merkel gibt Islamfeindlichkeit neue Nahrung“

Kurt Westergaard (zweiter von links) empfängt den Medienpreis von Joachim Gauck
Vertreter der muslimischen Verbände in Deutschland haben den Auftritt von Bundeskanzlerin Merkel bei der Preisverleihung an den dänischen Karikaturisten Westergaard kritisiert. Damit werde „Öl ins Feuer gegossen“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler.

09. September 2010

Vertreter der muslimischen Verbände in Deutschland haben den Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Verleihung eines Medienpreises an den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard kritisiert. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler, sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Donnerstag, damit werde „nur wieder Öl ins Feuer gegossen“. Merkel gebe der Islamfeindlichkeit ebenso wie Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin, der „Volksverhetzung“ betreibe, „neue Nahrung“.

Überhaupt sei es ein Problem, dass „viele Politiker die Islamfeindlichkeit nicht wahrnehmen wollen“, fügte der Funktionär hinzu. „Die Lösung des Problems liegt in der Anerkennung des Islam als Religionsgemeinschaft.“ Ganz generell müsse man mit dem Thema „sensibler umgehen“. Zentralrat-Generalsekretär Aiman Mazyek sagte am Mittwochabend im ZDF, der Zeitpunkt der Ehrung durch Merkel sei hochproblematisch. In der durch die Sarrazin-Debatte aufgeladenen Situation könne Merkels Auftritt gerade im islamischen Ausland missverstanden werden.

Viele Muslime fühlten sich durch die Mohammed-Karikaturen pauschal als potenzielle Terroristen diffamiert. Mazyek bekannte sich zur uneingeschränkten Pressefreiheit, forderte gleichzeitig aber Rücksicht auf die Gefühle religiöser Menschen. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hielt Merkel einen Mangel an „interkultureller Kompetenz“ vor. „Natürlich muss die Pressefreiheit verteidigt werden, aber der Zeitpunkt der Preisverleihung war mehr als unglücklich“, sagte er der „Rheinischen Post“. Damit werde die aktuelle, von Thilo Sarrazin angestoßene muslimfeindliche Debatte weiter befeuert.

„Ziel der Politik sollte sein, Vorurteile gegen Muslime abzubauen“, forderte Kolat. Er kritisierte zugleich, dass die Preisverleihung mitten im Ramadanfest stattgefunden hat: „Gerade jetzt jemanden zu ehren, der die Gefühle der Muslime derart beleidigt hat, empfinden viele Muslime als Affront“, so Kolat. Westergaard war am Mittwoch in Potsdam mit dem M100-Medienpreis für seine Verdienste um die Meinungsfreiheit ausgezeichnet worden. An der Verleihung hatte demonstrativ auch Kanzlerin Merkel teilgenommen. Sie verteidigte die Verleihung des Preises als Zeichen für die Pressefreiheit. Sie sei ein hohes Gut und könne nicht als selbstverständlich betrachtet werden.

Der Däne hatte 2005 unter anderem den Propheten Mohammed mit einer Bombe als Turban gezeichnet und damit weltweit Proteste ausgelöst.

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Auszüge aus der Rede Angela Merkels:

„Keine Angst - meine Rede wird keine Sonntagsrede. Ich glaube, das wäre Zeitverschwendung und auch nicht angemessen, noch dazu in Anwesenheit des heutigen Preisträgers Kurt Westergaard, der für das Zeichnen und Veröffentlichen von Karikaturen seit 2005 um sein Leben bangen muss. Das Gegenteil soll also der Fall sein. Reden wir also Klartext.(...)

Der „Spiegel“ und die „BILD“-Zeitung veröffentlichten als Vorabdrucke zeitgleich Ausschnitte aus dem Buch „Deutschland schafft sich ab“. (...) Die vorab gedruckten Buchauszüge lösten eine große öffentliche Diskussion aus. (...) In den Tagen nach den auszugsweisen Vorabdrucken schießt das Buch auf Platz 1 der Bestsellerlisten. Ungezählte Talkshows beschäftigen sich mit seinen Analysen und Thesen. Aussagen, zum Beispiel von mir, münden in eine Debatte, eine breite Debatte um Artikel 5 unseres Grundgesetzes. Er lautet: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“ - So weit Artikel 5. (...)

In allen Medien ging es schnell um die Frage, was man in Deutschland sagen darf und was nicht. Das Thema Sarrazin ist aber gerade kein Thema der Gefährdung der Meinungsfreiheit, sondern es geht darum, ob und gegebenenfalls welche Folgen zum Beispiel ein Buch für einen Autor in einer besonders wichtigen öffentlich-rechtlichen Institution haben kann oder nicht.
Bei dem Mann, den Sie heute auszeichnen, dem dänischen Zeichner und Karikaturisten Kurt Westergaard, geht es um die Meinungs- und Pressefreiheit. Bei ihm geht es darum, ob er in einer westlichen Gesellschaft mit ihren Werten seine Mohammed-Karikaturen in einer Zeitung veröffentlichen darf, ja oder nein; egal, ob wir seine Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht, ob wir sie für nötig und hilfreich halten oder eben nicht. Darf er das? Ja, er darf.

In der Diskussion um die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen geht es also genau darum, ob wir in Europa mit unseren Werten - Sie haben die von mir genannten ersten fünf Artikel unseres Grundgesetzes sicher noch im Ohr - aus Angst vor Gewalt und Massendemonstrationen davon absehen, die Zeichnungen dieses Karikaturisten zu veröffentlichen oder nicht, ob sie auch in anderen Zeitungen nachgedruckt werden oder nicht und, wenn nein, warum nicht. Denen, die das seinerzeit aus welchen Gründen auch immer nicht gemacht haben, werfe ich nichts vor. (...)

Ja, geben wir den Menschen eine Stimme - in politischen Parteien genauso wie in den Medien. Aber überzeugen wir sie gleichzeitig, dass es in unserem Land am wenigsten darum geht, was gesagt werden darf. Richtige Entscheidungen, Taten statt Worte - das hingegen führt zum Kern dessen, was notwendig ist, zum Beispiel damit Integration gelingt und nicht scheitert, damit Parallelgesellschaften verhindert und nicht auch noch gefördert werden, damit jugendliche Gewalt eingedämmt und nicht hingenommen wird, damit der Sozialstaat denen hilft, die ihn brauchen, und nicht denen, die ihn missbrauchen, und vieles mehr.

Hier hat die Politik in der Vergangenheit Versäumnisse zu verantworten, da hat sie in den letzten Jahren zum Teil bereits richtige Konsequenzen gezogen und dort müssen in der Zukunft weitere folgen - wahrscheinlich wie so oft in der Demokratie eher mühsam und mit Sicherheit häufig als Kompromiss, der dann ein guter ist, wenn seine Vorteile die Nachteile überwiegen -, und zwar stets nach dem schon benannten Grundsatz: Deutsche Politik vertritt ihre Interessen wertegebunden, nach innen wie nach außen. (...)

„Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“ Dieser Satz von Perikles ist heute noch genauso aktuell wie im 5. Jahrhundert vor Christus. Freiheit zu leben, erfordert Mut, und zwar jeden Tag aufs Neue, im Kleinen wie im Großen - wenn ein Jugendlicher nicht mehr mitmacht beim Mobbing eines Klassenkameraden und den Ausschluss aus der Gruppe riskiert, wenn ein Manager nicht mehr mitmacht bei unlauteren Unternehmenspraktiken und dafür seine Karriere riskiert, wenn man in einer Diktatur versucht, jeden Tag in den Spiegel schauen zu können.(...)

Ich bin im Übrigen überzeugt: Wenn wir selbstbewusst zu unseren Werten stehen, verschafft uns das weltweit mehr Respekt und Anerkennung, als wenn wir es nur verschämt tun.(...)“

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Quelle: www.faz.net ... »

04.12.2010 1938
Nachtrag - Europa: Vorurteile weit verbreitet

01. Dezember 2009

Vorurteile gegenüber bestimmten sozialen Gruppen, so genannte "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", ist in europäischen Gesellschaften weit verbreitet. Laut den diesjährigen Ergebnissen einer Langzeitstudie der Universität Bielefeld sind die Hälfte der Europäer der Meinung, in ihrem Land lebten zu viele Ausländer. Der Aussage, es gäbe eine "natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen", stimmten fast ein Drittel der Europäer und der Deutschen zu.

Für die Untersuchung "Europäische Zustände. Ergebnisse einer Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa", die Mitte November in Berlin vorgestellt wurde, hat das Zentrum für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld die Einstellung von Europäern gegenüber acht verschiedenen sozialen Gruppen untersucht. Die Untersuchung wird unter dem Titel "Deutsche Zustände" seit 2002 unter Leitung von Wilhelm Heitmeyer jährlich für die Bundesrepublik erhoben (vgl. MuB 1/08). Erstmalig wurde sie nun international vergleichend durchgeführt.

An der repräsentativen Studie nahmen im Winter 2008/09 jeweils 1.000 Personen ab 16 Jahren in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Portugal, Polen und Ungarn teil. Die Frauen und Männer wurden zu ihrer Einstellung gegenüber Einwanderern, ethnisch-kulturellen Minderheiten, Juden, Muslimen, Frauen, Homosexuellen sowie obdachlosen und behinderten Menschen befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Art der Vorurteile gegen die genannten Gruppen in Europa weitgehend übereinstimmt. Es gibt jedoch Unterschiede in der Intensität. Unter den untersuchten Ländern ist die Zustimmung zu negativen Aussagen über einzelne Gruppen in Polen und Ungarn am stärksten, in den Niederlanden am geringsten. Deutschland liegt im Mittelfeld.

Ausländer

Ungefähr 50 % der Befragten in Europa und Deutschland gaben an, dass sie sich "durch die vielen Zuwanderer manchmal wie Fremde fühlen" in ihrem Land. Ebenso viele stimmten der Aussage zu, dass es in ihrem Land zu viele Einwanderer gebe. 48 % der befragten Europäer und über 42 % der Deutschen gaben an, Einheimische sollten bevorzugt werden, wenn Arbeitsplätze knapp seien.

Juden

Der Aussage "Juden haben zu viel Einfluss in meinem Land" stimmten 25 % der befragten Europäer und fast 20 % der befragten Deutschen zu. Die Ablehnung von Juden war in Ungarn und Polen besonders hoch: 50 % der befragten Polen und fast 70 % der befragten Ungarn meinten, Juden hätten in ihrem Land "zu viel Einfluss". Zugleich erkannten fast 62 % der Befragten in Europa und knapp 69 % in Deutschland an, dass das Judentum die Kultur ihres Landes bereichert.

Muslime

Gut über die Hälfte der Befragten in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern halten den Islam für "eine Religion der Intoleranz". Über 55 % der befragten Europäer waren der Meinung, dass Muslime zu viele Forderungen stellen.

Rassismus

Über 30 % der Befragten in Europa und Deutschland sind der Meinung, es gebe eine "natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen". Über 13 % der Befragten sind gegen Eheschließungen zwischen Schwarzen und Weißen.

Minderheiten

Die Ablehnung von Minderheiten oder sozialen Gruppen beschränkt sich laut Studie nicht nur auf Einwanderer und Menschen anderer Religionszugehörigkeit. Personen, die Vorurteile gegen diese Gruppen hatten, stimmten meist auch negativen Aussagen über Frauen, Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose zu.

Die Verbreitung von Vorurteilen hat sich in Deutschland im Vergleich zum letzten Jahr laut der Studie nicht verändert. In den Jahren zuvor waren die Werte leicht zurückgegangen.

Gründe für Vorurteile

Die Teilnehmer der Umfrage wurden auch zu ihren politischen Einstellungen, ihrer Meinung zur gesellschaftlichen Ordnung und anderen Ansichten befragt, um Gründe für ihre Vorurteile festzustellen. Subjektive Wahrnehmungen und Gefühle, wie der Wunsch nach Autorität, Gefühle wirtschaftlicher Bedrohung und politischer Machtlosigkeit sowie Religiosität fördern die Herausbildung von Vorurteilen.

Die Befragung ergab außerdem, dass die Verbreitung von Vorurteilen mit steigendem Alter und geringerer Bildung zunimmt. Dies zeigt laut den Autoren, dass Bildung, die demokratische Grundprinzipien betont, gegen die Verbreitung von Vorurteilen wirksam sei. Der Leiter der Forschungsgruppe Heitmeyer betonte, dass das Gefühl der Einflusslosigkeit in der Gesellschaft tief eingesickert sei: "Dann wendet man sich nicht gegen die starken Gruppen, sondern gegen die Schwachen".

Barbara Bils, Osteuropawissenschaftlerin und Volkswirtin, Vilnius

Quelle: www.bpb.de ... »

04.12.2010 1937
Islam & der Westen - "In Deutschland ist Islamfeindlichkeit sehr verbreitet"

Trauer: Freundinnen der in Dresden ermordeten Ägypterin am Montag in Alexandria. © Cris Bouroncle/AFP/Getty Images
Der Schriftsteller Alaa Al-Aswany über den Mord an der Ägypterin in Dresden, die Reaktionen in ihrer Heimat und das negative Image des Islams im Westen

Alaa Al-Aswany (52) ist von Beruf Zahnarzt. Bekannt wurde er 2002 durch seinen Roman "Der Jakoubijan-Bau". Das Werk zeichnet einen Mikrokosmos von der ägyptischen Gesellschaft, die von Unterdrückung und Machtmissbrauch geprägt ist. Das Buch wurde in der arabischen Welt zu einem Bestseller und ist auch ins Deutsche übersetzt. Ein Interview zu dem Mord an der 31-jährigen Ägypterin durch einen Russlanddeutschen in einem Dresdner Gerichtssaal.

Frage: Die Bluttat von Dresden hat in Ägypten viele Menschen schockiert. Wird die Tat das Verhältnis zwischen beiden Völkern belasten?

Alaa Al-Aswany: Wir Ägypter sind zivilisierte Leute. Wir können zwischen normalen Deutschen und Kriminellen unterscheiden. Aber es gibt zwei Aspekte in dieser Tragödie, die uns beschäftigen. Der eine ist der westliche Rassismus. Der andere das Verhalten der Polizei in dem Gerichtsgebäude.

Frage: Was meinen Sie konkret?

Al-Aswany: Der Täter hat 18 Mal auf diese unschuldige Frau eingestochen, vor den Augen des dreijährigen Sohnes. Und als endlich ein Polizist auftauchte, hat der zuerst auf ihren Ehemann geschossen. Wir haben eine sehr hohe Meinung von den Deutschen. Was in Dresden passiert ist, passt nicht zu dem Bild, was wir von ihnen haben. Die Leute hier fragen sich, was wäre passiert, wenn ein Muslim mit langem Bart erschienen wäre und hätte ein Messer gezückt. Den hätte man als islamischen Terroristen auf der Stelle erschossen.

Frage: Ist das für Sie ein Indiz für Islamfeindlichkeit in Deutschland?

Al-Aswany: Ich bin relativ oft in Deutschland. Mein Eindruck ist, um ehrlich zu sein, dass Islamfeindlichkeit dort sehr verbreitet ist. Und die Leute, die vorher im Geheimen Rassisten waren, sehen inzwischen keinen Grund mehr, mit ihrer Einstellung hinter dem Berg zu halten. Dieser Rassismus hat eine Atmosphäre geschaffen, dass nun einzelne – wie dieser Mann in Dresden – denken, sie hätten das Recht, auf eine islamische Frau loszugehen und sie zu erstechen. In einer Atmosphäre von Hass und Rassismus werden Menschen, die anders sind, enthumanisiert.

Frage: Wie empfinden Sie die offiziellen Reaktionen deutscher Politiker?

Al-Aswany: Viele Ägypter fragen sich, was wäre geschehen, wenn die getötete Frau eine Israelin gewesen wäre. Das hätte einen riesigen Unterschied gemacht – in jeder Hinsicht. Jeder einzelne deutsche Minister hätte sich bei jedem einzelnen Minister der israelischen Regierung entschuldigt. Auch die Sicherheitskräfte hätten ganz anders reagiert. Und die deutsche Bevölkerung hätte gegenüber dem Opfer und seiner Familie viel mehr Anteilnahme und Wärme gezeigt als im Falle von Marwa. Um es klar zu sagen: Für mich gibt es keinen Unterscheid. Für mich ist ein Opfer ein Opfer.

Frage: Bundeskanzlerin Merkel hat bisher Präsident Mubarak nicht angerufen und ihr Beileid ausgesprochen.

Al-Aswany: Frau Merkel ist Arabern und Muslimen generell nicht sehr freundlich gesinnt. Das hat sich bei vielen Gelegenheiten gezeigt. Sie denkt wahrscheinlich, wenn sich eine deutsche Kanzlerin bei einer arabisch-muslimischen Familie entschuldigen soll, das ist zu viel verlangt. Ich bin von ihrem Verhalten nicht sehr überrascht, tut mir leid, dass ich das so klar sagen muss.

Frage: Wie erklären Sie das negative Image des Islams im Westen?

Al-Aswany: Wir Araber sind keine unschuldigen Opfer. Wir geben auch Anlass für Vorurteile. Es gibt eine schreckliche Interpretation unserer Religion, die immer populärer wird. Wenn sich also ein Bürger im Westen ein Bild machen soll, was der Islam ist – dann stößt er auf Leute wie Osama bin Laden oder die Taliban. Osama bin Laden ist ein Krimineller mit mittelalterlichen Ansichten, der so viele Leute aus dem Westen töten will, wie er nur kann. Die Taliban verbieten Schulen für Mädchen – und leider kann man noch viel mehr solcher Beispiele anführen.

Frage: Was ziehen Sie daraus für einen Schluss?

Al-Aswany: Hier geht es nicht um die Religion, sondern um die Interpretation von Religion. Solche Irrwege gibt es in allen Religionen, denken Sie an die Inquisition der Katholischen Kirche. Das ist ungeachtet der Tatsache, dass das Christentum der Welt viele positive Werte geschenkt hat. Der Mörder von Dresden ist ein Christ. Aber darum kann ich ihn doch nicht einen christlichen Terroristen nennen oder gar Rückschlüsse ziehen auf das Christentum insgesamt.

Die Fragen stelle Martin Gehlen, Kairo

Quelle: www.zeit.de ... »

04.12.2010 1936
Mehrheit hält Muslime nicht für integrationsbereit

Kritik an Seehofers Ruf nach Zuwanderungsstopp - Warnung vor "Deutschenfeindlichkeit"

Berlin - Mit der Forderung nach einer Zuwanderungsbegrenzung für Menschen aus "anderen Kulturkreisen" hat der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer am Wochenende die Integrationsdebatte angeheizt. Der bayerische Ministerpräsident erntete empörte Reaktionen auch aus den eigenen Reihen. Bei der Bevölkerung allerdings findet Seehofer Rückhalt: Die meisten Deutschen sind davon überzeugt, dass sich Muslime nicht erfolgreich integrieren ließen, wie eine Umfrage für die "Bild am Sonntag" ergab.

Der bayerische Ministerpräsident hatte dem "Focus" gesagt, die Integrationsfähigkeit von Zuwanderern hänge auch von ihrer Herkunft ab. "Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun", sagte Seehofer. Er ergänzte: "Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen." Vertreter der Bundesregierung, von Union, SPD, FDP und Grünen wiesen Seehofers Vorstoß zurück. "Die Forderung von Seehofer geht am eigentlichen Problem vorbei", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Ole Schröder der "Financial Times Deutschland". Der CDU-Politiker sagte weiter, nicht jede Zuwanderung aus dem arabischen Raum führe zu Integrationsproblemen: "Die politisch Verfolgten aus dem Iran etwa sind häufig hoch gebildet und glühende Anhänger unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung." Der bayerische Oppositionsführer Markus Rinderspacher (SPD) warf Seehofer ein gefährliches Spiel mit dem "rechten Feuer" vor. "Seehofer stigmatisiert viele Menschen in Bayern, spaltet unser Land und erweist dem inneren Zusammenhalt in Bayern einen Bärendienst", sagte Rinderspacher. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) plädierte für eine "rationale Integrations- und Migrationspolitik - und keine bewusst vereinfachende populistische Debatte über einen Zuwanderungsstopp".

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt verteidigte Seehofer dagegen und gab den Grünen eine Mitschuld an den Integrationsproblemen in Deutschland. "Die Grünen mit ihrem gestörten Verhältnis zu christlichen Werten und zur deutschen Leitkultur tragen gehörige Mitschuld daran, dass wir eine Million Integrationsverweigerer in Deutschland haben", sagte er. Es sei höchste Zeit, dass die Grünen aus ihren "Multikulti-Träumereien" erwachten.

Nach der umstrittenen Islam-Äußerung von Bundespräsident Christian Wulff begann am Wochenende zudem eine Debatte über eine vermeintliche Diskriminierung von Deutschen im eigenen Land. Führende Politiker von CDU und Grünen warnten vor einer "Deutschenfeindlichkeit" innerhalb der Bundesrepublik. Ausländer- und Islamfeindlichkeit müssten mit aller Härte bekämpft werden, sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sie fügte hinzu: "Aber auch Deutschenfeindlichkeit ist Fremdenfeindlichkeit, ja Rassismus." Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir forderte ein konsequentes Einschreiten gegen solche Verhaltensweisen.

Vertreter der Kirchen verlangten derweil eine bessere Integration. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte der "Welt am Sonntag", die Muslime wohnten "bei uns und gehören zu uns. Gleichwohl sind sie vielen von uns oft fremd, und ihre Integration steht in vielem noch aus." Der evangelische Präses Nikolaus Schneider formulierte die Erwartung, "dass die islamische Gemeinschaft die gewachsene Ordnung akzeptiert und sich einfügt". Die muslimische Gemeinschaft in Deutschland müsse "wie die christlichen Kirchen auch Verantwortung für die ganze Gesellschaft übernehmen", sagte er. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan lobte unterdessen Wulffs Worte zum Islam. Der Bundespräsident habe eine "Realität zur Sprache gebracht", sagte Erdogan bei einem Besuch in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die hier lebenden Türken auf, das Grundgesetz zu akzeptieren und Deutsch zu lernen. Sie kündigte eine kritische Bilanz zum Stand der Integration türkischer Einwanderer an. Am 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens für türkische Gastarbeiter im Oktober 2011 solle der Blick auf "unverkennbar bestehende Probleme" gelenkt werden.


Der Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" zufolge sagen 59 Prozent der Bundesbürger, dass die große Mehrheit der Muslime im Land nicht bereit sei, das Grundgesetz für sich persönlich zu akzeptieren. 71 Prozent der Bürger sind danach der Meinung, dass die große Mehrheit der Muslime nicht bereit ist, die Gleichberechtigung der Frau zu akzeptieren. 68 Prozent der Befragten bezweifelten, dass die meisten Zuwanderer aus islamischen Ländern in absehbarer Zeit gut Deutsch sprechen werden.

dfs

Quelle: www.welt.de ... »
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