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06.07.2013 2372
Ägyptens Armee – seit 1811 Bahnbrecher der Moderne

Schöpfer der modernen ägyptischen Armee: Muhammad Ali Pascha (1769-1848) machte die Zitadelle von Kairo zu seinem Regierungssitz. Heute liegt dort das nationale Armeemuseum mit seinem Standbild. Foto: picture alliance / Arco Images G
Seit sie die Macht der traditionellen islamischen Eliten brachen, sind die Militärs Ägyptens Parteigänger westlicher Ideen. Bereits vor 200 Jahren ermöglichten sie umfangreiche Reformen. Von

Berthold Seewald

Die schrillen Worte, mit denen türkische Politiker derzeit den moderaten Militärputsch in Ägypten kritisieren, haben viel mit der Geschichte zu tun. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan weiß genau, wie oft die weltlich eingestellten, kemalistischen Militärs zivile Regierungen in Ankara von der Macht verdrängt haben. Dass die Armee in Ägypten gegen den gewählten islamistischen Präsidenten und die Muslimbrüder zu Felde zieht, erscheint nicht nur der türkischen Regierungspartei AKP als Damoklesschwert, das unheilvoll über der eigenen Zukunft schwebt.

Dass sich sowohl in der Türkei als auch in Ägypten die Militärs als Sachwalter einer laizistischen Modernität verstehen, hängt nicht nur mit der banalen Feststellung zusammen, dass militärische Effizienz einer gewissen Aufklärung nach westlichem Vorbild bedarf. Auch das historische Prestige, ihre Nationen von den kolonialen Fesseln befreit zu haben, reicht als Begründung dieses Selbstbewusstseins nicht aus. Kemal Atatürk rettete die Türkei nach dem Ersten Weltkrieg aus den Trümmern des Osmanischen Großreichs, Gamal Abdel Nasser befreite Ägypten aus der englischen Vormundschaft.

Dass beiden Offizieren dies gelang, ist das Ergebnis einer Frontstellung, die seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts die Geschichte der islamischen Welt prägt. Man kann sie auf den kurzen Nenner bringen: islamische Orthodoxie gegen westliche Moderne. Deren entscheidendes Mittel aber war die Armee.

Nicht umsonst entzündeten sich die Demonstrationen auf dem Taksim-Platz in Istanbul an dem Plan Erdogans, auf dem Gezi-Park eine Kaserne aus osmanischer Zeit rekonstruieren lassen zu wollen. Dieses Militärlager aber beherbergte einst keine Soldaten, die Atatürk zu seinen Stammväter gezählt hätte, sondern die Janitscharen, die Garden der überkommenen islamischen Eliten und ihrer Traditionen.

Symbole osmanischer Größe

Auch wenn er auf diesem Gemälde von Auguste Couder wie ein Sultan daherkommt: Muhammad Ali Pascha, Vizekönig von Ägypten, setzte radikal auf westliche Konzepte. Foto: Wikipedia
Einst waren die Janitscharen Kriegersklaven gewesen, die zu fanatischen Glaubenskämpfern gedrillt worden waren. Am Ende des 18. Jahrhunderts bildeten sie einen Staat im Staate und begehrten gegen jeden auf, der die überkommene muslimische Ordnung in Frage stellte. Kein Wunder, dass die Janitscharen im islamistischen Geschichtsbild Erdogans für osmanische Größe stehen und nicht als Verhinderer jeglicher Reformen erscheinen.

Die gleiche Rolle wie die Janitscharen spielten im Ägypten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts die Mameluken. Auch sie hatten sich einst aus Kriegersklaven rekrutiert, die zumeist in den Steppen Zentralasiens angeworben worden waren. Seit dem 12. Jahrhundert dienten sie den wechselnden Herren des Nillandes, die sich notgedrungen mit ihrer Macht zu arrangieren hatten. Auch nachdem Ägypten Teil des Osmanischen Imperiums geworden war, führten sie ein autonomes Eigenleben, das schließlich in eine faktische Herrschaft mündete. Als Napoleon 1798 in Ägypten landete, waren es die Mameluken, die sich seinen Truppen entgegenstellten.

Die Modernisierer, die am Ende des 18. Jahrhunderts das Osmanische Reich in die Gegenwart führen wollten, konnten dies nur mit Hilfe einer modern geschulten Armee tun. Das Vorbild dafür musste nur der Westen liefern, wo es die Fürsten über Jahrhunderte hinweg geschafft hatten, mit Hilfe disziplinierter Soldaten Adel und Stände ihre Sonderrechte zu nehmen und so in ihre Staatswesen zu integrieren. Außerdem erwiesen sich diese modernen Staaten und ihre Militärmacht zunehmend den Heeren der Osmanen überlegen, so dass Reformen schließlich zu einer Frage des Überlebens wurden.

Der erste, der diesen Weg beschritt, war Sultan Selim III. (1762-1808). Er holte europäische Offiziere ins Land, die ihm eine 10.000 Mann starke moderne Armee schufen. Doch die Janitscharen erkannten die Gefahr – und löschten sie mitsamt ihrem Herrn gewaltsam aus.

Die Karriere des Muhammad Ali

Diese Erfahrung hatte der Albaner Muhammad Ali (1769-1849) vor Augen, als er beschloss, aus Ägypten ein modernes Staatswesen zu machen. Formal verwaltete er als osmanischer Gouverneur das Land. Gestützt auf albanische Truppen, die er von französischen Offizieren hatte schulen lassen, veranstaltete er 1811 unter den Mameluken ein Massaker, dem die alte Elite samt ihrer Familien zum Opfer fielen.

In der Folge wurde Ägypten zum fortgeschrittensten Land der islamischen Welt. Muhammad Ali schuf eine moderne Verwaltung, baute die Infrastruktur aus, begründete Industrien. Bis 1821 hatte er die Staatseinkünfte verfünffacht. Seine 170.000 Mann starke Armee war die schlagkräftigste des Orients und verschaffte ihm weitgehende Autonomie.

Als 1821 der Aufstand der Griechen losbrach, sahen sich die Janitscharen-Truppen des Sultans außer Stande, ihn niederzuschlagen. Gegen weitreichende Zugeständnisse aus Istanbul ließ Mohammed seine Truppe auf der Peloponnes landen. Es darf als sicher gelten, dass sie die Revolution blutig beendet hätte, wäre die ägyptisch-osmanische Flotte nicht von den vereinigten Geschwadern Englands, Frankreichs und Russlands 1827 bei Navarino zusammengeschossen worden.

Die Inkompetenz seiner Truppen trieb den Osmanen-Sultan Mahmud II. (1785-1839) zu einem neuen Anlauf, sich seiner alten Kämpfer zu entledigen. Wieder schuf er mit Hilfe westlicher Instrukteure moderne Regimenter. Im Juni 1826 befahl er den Angriff auf die Janitscharen-Lager. Zigtausende wurden getötet. Als "Wohltätiges Ereignis" ist das Blutbad in die Geschichte der Türkei eingegangen.

Das Janusgesicht moderner Uniformträger

Doch richtig glücklich wurden der Sultan und sein ägyptischer Vasall mit ihren neuen Heeren nicht. Denn die europäischen Großmächte verhinderten, dass sie Kapital aus ihrer wiedergewonnenen Stärke schlagen konnten. An keiner Desorganisation des Osmanenreichs interessiert, stoppten England, Russland oder Frankreich ägyptische Eroberungszüge in Syrien oder vernichteten osmanische Armeen bei ihrem Versuch, die Balkangrenze zu sichern.

So wurden die modernen Armeen Ägyptens und der Türkei zu höchst ambivalenten Vorbildern. Zum einen waren und sind sie offenbar die wichtigsten Institutionen ihrer Länder, die sich einer laizistischen Moderne verpflichtet fühlen. Zum war ihre Bedeutung stets abhängig von westlich geprägten Großmächten, sei es, dass sie für Ausbildung und Ausrüstung sorgten, sei es, dass sie Einfluss auf den Einsatz dieser Truppen nahmen.

Das formte das Janusgesicht der modernen Uniformträger in weiten Teilen der muslimischen Welt: Zum einen waren und sind sie Garanten der nationalen Integrität, zum anderen gelten sie vielen als Kollaborateure bei der Tilgung muslimischer Traditionen. Sie sind Produkte westlicher Moderne und wurden zugleich von dieser immer wieder desavouiert.

Diese Doppelnatur scheint auch in der laufenden Debatte über ihren Putsch in Ägypten wieder auf. Für die einen sind die Militärs Hoffnungsträger, für die anderen Erfüllungsgehilfen fremder Mächte. Wer der letzten Deutung zuneigt, sollte sich allerdings darüber im Klaren werden, wer sie propagiert: die Anhänger einer muslimischen Gesellschaftsordnung, die mit demokratischen Standards ihre eigenen Probleme hat.

Quelle: www.welt.de ... »

06.07.2013 2371
Erdogan nimmt sich einzelne Journalisten vor

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan spricht vor dem Parlament. Foto: AFP
Die türkische Regierung verstärkt ihre Politik der Einschüchterung. Ankaras Bürgermeister zettelt sogar eine Twitter-Hetzjagd gegen eine BBC-Journalistin an – die traf aber letztendlich ihn selbst.

Von Boris Kálnoky

Auf dem Höhepunkt der Massenproteste gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan twitterte dessen Bürgermeister von Ankara, Melih Gökcek, die BBC-Journalistin Selin Girit sei eine Spionin. "Spioniere nicht für England, Selin Girit", war die Botschaft eines von ihm erdachten Hashtags, ein Schlagwort beim Kurznachrichtendienst Twitter. Er feuerte seine Anhänger an, diesen Hashtag durch häufige Verbreitung in die weltweiten "Top Trends" zu katapultieren. Vielleicht war es das, was Erdogan meinte, als er im Fernsehen vor einiger Zeit sagte, Twitter sei eine große Gefahr.

Zwar fiel Gökceks Versuch peinlich auf ihn selbst zurück: Binnen kürzester Zeit war die türkische Twitter Community in vollem Kampfeseifer entbrannt, und der Hashtag #provokatörMelihGökcek überholte die persönliche Attacke des Regierungspolitikers gegen die Journalistin. Aber die Bedeutung des Zwischenfalls war nicht zu übersehen. Gökcek hatte die Korrespondentin eines führenden westlichen Mediums zur Zielscheibe gemacht.

Das war kein Zufall, sondern Strategie. Wenig später stigmatisierte Erdogan selbst die BBC-Journalistin und warf ihr vor, sich mit ausländischen Mächten gegen die Türkei verschworen zu haben. Von Anfang an hatte er "dunkle Mächte" sowie eine "internationale Zinslobby" und "ausländische Medien" als Drahtzieher der Protestbewegung gegen ihn ausgemacht. Nun aber wurde es persönlich.

Da auf solche Vorwürfe türkischer Politiker oft gleich die Staatsanwaltschaft gegen die angegriffenen Personen zu ermitteln beginnt, bedeutete all dies, dass von nun an ausländische Journalisten – ganz besonders solche türkischer Herkunft, insbesondere aber türkische Staatsbürger, die für ausländische Medien arbeiten – unter dem Druck möglicher juristischer Schritte gegen sie stehen.

BBC, CNN und "Economist" beschuldigt

Mittlerweile hat die Polizei in Ankara auf Bitten der Regierung einen 190-seitigen Bericht über die Drahtzieher und Ermutiger der Proteste geschrieben und an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Darin steht auch, dass westliche Medien mit "verantwortlich" für die Demonstrationen gewesen seien, speziell CNN, BBC und der "Economist". Und Erdogan ging am Freitag noch weiter und setzte die Medien auf eine Stufe mit Putschisten, obgleich er damit die Entwicklung in Ägypten kommentierte: "Jene, die den Medien und den Waffen in ihren Händen vertrauen, können keine Demokratie bringen."

Da war es die AKP als Verteidiger der Demokratie gegen die demokratiefeindlichen westlichen Medien. Der Druck gegen diese ist vor allem indirekt: Besonders die Korrespondenten der im Polizeireport genannten angelsächsischen Medien werden in regierungsnahen Zeitungen wie "Yeni Safak" und "Yeni Akit" scharf angegriffen, erhalten über Soziale Netzwerke und per Email Drohungen.

Die regierungsnahe Zeitung "Takvim" ging so weit, ein erfundenes Interview mit CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour zu drucken, worin sie "gesteht", von dunklen Geldgebern dafür bezahlt worden zu sein, falsche Behauptungen über die Türkei zu verbreiten. Ganz klein stand unter dem Artikel: "Satire".

Türkische Sender berichten über Demos in Ägypten

Auch in türkischen Medien steigt der Druck gegen regierungskritische Stimmen. Es ist ein Prozess, der schon lange vor den Protesten begann: Die Demonstrationen zeigten, wie umfassend der Einfluss der Regierung besonders auf das Fernsehen bereits ist. Die Mainstream-Sender blieben stumm zu den Protesten, berichten aber jetzt über die Demonstrationen gegen das Militär in Ägypten.

Im Februar entließ die angesehen Zeitung "Milliyet" ihren ebenso angesehenen Kolumnisten Hasan Cemal, nachdem dieser die Protokolle der Verhandlungen zwischen Regierung und der PKK-Führung veröffentlicht hatte. Heute sagt Cemal: "Jeden Tag dreht er (Erdogan) die Schrauben weiter an. Er will Medien, die sich ihm völlig unterwerfen und ihm wie Sklaven gehorchen."

Besonders in den regierungsnahen Medien wird derzeit mit eisernem Besen gefegt, da sich während der Proteste Risse im islamischen Lager zeigten. "Yeni Safak" gilt fast als Regierungsorgan – aber einer der unabhängigeren und angeseheneren Kolumnisten dort, Kursat Bumin, wurde entlassen, nachdem er sanfte Kritik am Kurs Erdogans geäußert hatte.

Große Gefahr für Korrespondenten

Der Ombudsmann der ebenfalls regierungsnahen Zeitung "Sabah", Yavuz Baydar, verfasste einen kritischen Bericht über die Berichterstattung seiner Zeitung; der Bericht wurde zensiert (nicht veröffentlicht) und der Chefredakteur des Blattes verfasste einen giftigen Artikel gegen seinen Ombudsman. Der schrieb daraufhin für die reformislamische Zeitung "Todays Zaman" eine verheerende Bilanz der Hexenjagd gegen unabhängig denkende Journalisten.

Christiane Amanpour vom Sender CNN, so steht da, würde derzeit wohl verhaftet, wenn sie in die Türkei einreiste – jemand habe sie angezeigt, weil sie mit ihrer Berichterstattung zum Verlust von Privateigentum beigetragen habe.

Die populäre Zeitschrift "NTV Geschichte" wurde eingestellt, als sie eine Ausgabe zur Protestbewegung veröffentlichen wollte. Der Ton war regierungskritisch, der Eigentümer ist jedoch regierungsnah. Zuvor war beim Sender NTV ein BBC-Bericht über Medienzensur in der Türkei zensiert worden, worauf die BBC alle Verbindungen zu NTV abbrach.

Mittlerweile haben die Behörden eine Reihe verschuldeter Medien unter Zwangsverwaltung gestellt – darunter die Zeitung "Aksam" – und mit AKP-Getreuen besetzt. Reihenweise mussten kritische Journalisten gehen. Der Journalist Baydar spricht von einem faktischen "Berufsverbot" für kritische Journalisten, denn wer einmal aus diesem Grund entlassen wurde, findet so leicht nirgendwo mehr Arbeit.

Quelle: www.welt.de ... »

06.07.2013 2370
Ankara fordert sofortige Freilassung Mursis

In Ankara protestieren Unterstützer Mohammed Mursis am Mittwochabend vor der ägyptischen Botschaft. Foto: AP
Kein Land hat die Entmachtung Mohammed Mursis in Ägypten schärfer verurteilt als die Türkei – man sieht ausländische Mächte am Werk und zieht Parallelen zur türkischen Protestbewegung.

Von Boris Kálnoky

"Ich verfluche den schmutzigen Coup in Ägypten. Ich hoffe, dass die breiten Massen, die Mursi an die Macht brachten, ihre Stimmen verteidigen werden, was demokratische Ehre bedeutet." Mit diesen Worten kommentierte Hüseyin Celik, der Sprecher der türkischen Regierungspartei AKP, die Ereignisse in Ägypten.

Es war die bisher schärfste Verurteilung des Coups, auch international – die meisten Regierungen und selbst die Vereinten Nationen halten sich zurück, kritisieren "Fehler" des gestürzten ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi, mahnen eine Rückkehr zum Demokratisierungsprozess an, und vermeiden es allgemein, von einem Militärcoup zu sprechen.

Außenminister Ahmet Davutoglu forderte am Donnerstag die sofortige Freilassung der "gewählten Führer des Landes". Der Militärcoup sei "Besorgnis erregend" und "inakzeptabel".

Ministerpräsident Erdogan brach derweil seinen Urlaub ab und wollte am Donnerstag über die Ägyptenkrise beraten. Bis dahin hatte er noch gar nichts zum Thema gesagt – obwohl er auf dem Höhepunkt der ägyptischen Proteste, aber vor Mursis Sturz, eine Rede vor der AKP-Fraktion gehalten hatte.

Sein Schweigen war umso bemerkenswerter, da er zuvor zwischen den Massenprotesten in Brasilien und jenen gegen ihn Parallelen gezogen hatte: Da seien dieselben dunklen internationalen Mächte am Werk, "das selbe Zentrum", das ihn, Erdogan stürzen wolle.

Militär spielt auch in Türkei bedeutende Rolle

Was liegt da näher, als auch in Ägypten eine "Verschwörung" derselben Mächte zu sehen? Anders als in Brasilien liegt der Vergleich nämlich durchaus nahe. In Ägypten wie in der Türkei spielt das Militär traditionell eine zentrale politische Rolle. In beiden Ländern reagierte ein erheblicher Teil der Bevölkerung empört gegen Arroganz und Machtgier islamischer Regierungen, die in Gegensatz zu ihren früheren Versprechungen einer freien, inklusiven Gesellschaft konfrontativ ihre Macht ausbauten und ihre eigenen ideologischen Vorstellungen durchsetzten. Und beide Länder sind strategisch von zentraler Bedeutung für die USA.

Weil das alles so ist, betrachten die Führer der AKP die Ereignisse in Ägypten wie einen Horrorfilm. Parteisprecher Celik zumindest brachte "westliche Mächte" als Drahtzieher des ägyptischen Coups ins Spiel, aber wer sollen diese westlichen Mächte sein? Es kann eigentlich nur die USA bedeuten, denn niemand anderem bedeutet die Region so viel, niemand anders hat den erforderlichen Einfluss.

Wenn aber die AKP ihre eigenen Phrasen ernst nimmt – wofür einiges spricht – dann würde das bedeuten, dass in ihren Augen ihr bisher größter Verbündeter, die USA, zumindest an Erdogan mittlerweile genug auszusetzen haben, um ihn loswerden oder zumindest zurechtstutzen zu wollen. Solche Gedanken muss man erst mal verdauen; Erdogans langes Schweigen ist ein brütendes, abwägendes.

US-Botschafter kritisiert Ankara scharf

Wenn man in der AKP tatsächlich die USA verdächtigt, hinter dem ägyptischen Coup zu stecken und auch Erdogan nicht mehr zu mögen, dann dürfte eine Rede, die der US-Botschafter in Ankara, Francis Ricciardone, am Mittwoch anlässlich des amerikanischen Nationalfeiertags hielt, in der Partei die Alarmglocken schrillen lassen. Am Tag, als Mursi stürzte, zitierte Ricciardone zu frenetischem Applaus der geladenen Gäste in der US-Botschaft den säkular gesinnten Staatsgründer Atatürk: Grundströmungen in einer Gesellschaft könne man nicht mit Gewalt stoppen.

In seiner Rede übte er deutliche Kritik am Umgang Ankaras mit der Protestbewegung, setzte sich für freie Medien und Soziale Netzwerke ein, und wählte sorgsam seine Worte: Die USA stünden unverbrüchlich zur "Republik Türkei und ihrer Demokratie". Er hätte auch einfach sagen können, die USA stünden zur Türkei als enger Freund und Verbündeter. "Republik" ist ein semantischer Verweis auf das säkulare, kemalistische Erbe des Landes, und "Demokratie" bedeutete wohl, dass dass nicht das Land selbst die Gunst Amerikas genießt, sondern dessen demokratische Kräfte.

Das alles war für eine ganze Reihe hoher AKP-Funktionäre so unerträglich, dass sie noch während der Rede demonstrativ ihre Plätze verließen.

Natürlich sind die Unterschiede zwischen der Türkei und Ägypten auch erheblich. Nur weil es Ägyptens Wirtschaft nach einem Jahr unter Mursi so schlecht geht, ist der Protest gegen ihn so groß geworden. Und nur weil es der türkischen Wirtschaft so gut geht, ist der Rückhalt für Erdogan im Volk so groß. Es hat alles nichts mit Religion zu tun, auch wenn Erdogan und Mursi das vielleicht persönlich glauben.

Gebannter Blick auf Ägypten

Der andere große Unterschied: Erdogan hatte acht Jahre Zeit, um die Entmachtung des türkischen Militärs erst geduldig vorzubereiten, und dann knallhart umzusetzen. Mursi hatte nur ein Jahr, und hatte noch gar nicht begonnen. Es kann aber sein, dass das türkische Beispiel mit ein Grund war, warum die ägyptische Armee intervenierte: Sie hatte gesehen, was ihr drohen könnte, wenn die Muslimbrüder noch viele Jahre an der Macht bleiben sollten.

Umgekehrt kann es sein, dass die rücksichtslose Hexenjagd, die seit den Protesten in der Türkei über die Gerichte läuft, auch deswegen so umfangreich gerät, weil die Regierung in Ägypten sieht, welche Gefahren lauern, wenn ihre Gegner einmal Wind in die Segel bekommen. Mursi und Erdogan hatten sich sicher gewähnt, weil in beiden Ländern die parlamentarische Opposition schwach ist. Dass die Gesellschaft selbst rebellieren könnte, oder zumindest ein guter Teil davon, das schockierte beide. Nun sucht die AKP nach Wegen, diese neue Gefahr zu bändigen – in einer Mischung aus Öffnung für mehr Bürgerbeteiligung und Härte gegenüber Dissidenten.

Aber auch die Opposition und die Protestbewegung schauen gebannt auf Ägypten. In den sozialen Medien ist der überwiegende Tenor jener, die sich mit den Demonstrationen gegen Erdogan solidarisieren, dass der Coup inakzeptabel sei, es gehe ihnen um Freiheit und Demokratie für alle. Auch die größte Oppositionspartei CHP verurteilte den Militärcoup. Und so starrt die ganze Türkei gebannt nach Ägypten: Jeder weiß, dass dies ein Zerrspiegel ist, in dem auch Stückchen der türkischen Bruchlinien sichtbar werden.

Quelle: www.welt.de ... »

04.07.2013 2369
Sokak işkencesinde "Tayyip'i seviyorum" demedi....

Başak, 9 Eylül Üniversitesi 3. sınıf öğrencisi. İzmir Gündoğdu Meydanı’na elinde tıbbi malzeme çantasıyla gidiyor. Amacı direnişçilere müdahale olursa, yardım etmek... Ama kendisi yardıma muhtaç kalıyor. Başak, bir grup polis tarafından kemikleri kırılana kadar dövülüyor.

AHMET ÇINAR/ İZMİR

Başak ile buluşuyoruz. İzmir Tabip Odası’nın acil servise dönmüş konferans salonunda, sargı bezleri, hidrofil pamuklar, bandajlar, flasterler, tentürdiyotlar, antiseptik solüsyonlar arasında Başak konuşuyor, 2 Haziran saldırısını travmasını atlatamadığı her halinden belli. Başak’ın sol kolu dirseğine kadar alçıda. Gözlerinin altında morluklar. Belli ki yaşadığı travmayı fiziksel olarak da atlatamamış. Ama sesi… Sesinde en küçük bir titreme, en ufak bir korku belirtisi yok. “Sonuna kadar hakkımı arayacağım” derken kararlı. “Hiç kimsenin yaptığı yanına kalmayacak” derken inatçı. “Her türlü hukuki girişimde bulunacağım” derken bilinçli.

YARALANANLARA YARDIM İÇİN GİTTİ

Dokuz Eylül Üniversitesi’nde 3. sınıf öğrencisi Başak. 2 Haziran gecesi arkadaşlarıyla birlikte Gündoğdu meydanına giderken, çantasına tıbbi yardım malzemelerini dolduruyor. Ola ki gösteriler sırasında birisi yaralanır, ola ki biber gazından etkilenir bir yurttaş; yardımcı olurum, yarasını sararım, bir faydam dokunur diye düşünüyor besbelli. Tamamen insani bir refleksle, tepeden tırnağa duyarlı bir vicdanla Gündoğdu’ya gidiyor, çok belli.

Nerden bilsin o gece başına gelecekleri? Dakikalarca coplanacağını, bayılana kadar dövüleceğini, kemiklerinin kırılacağını nerden bilsin Başak? Gece simsiyah bir şal gibi örtüyor 2 Haziran’ın üstünü, alandan “Hükümet istifa” sesleri yükseliyor, “Tayyip istifa” sloganları atılıyor.

Başak ve arkadaşları Gündoğdu’daki Cumhuriyet Ağacı Heykeli’nin hemen altında çimlerin üstündeler. Gaz bombası yağmaya başlıyor birden bire. Ortalık savaş alanına dönüyor. Göz gözü görmüyor. Gecenin siyahına biber gazının sisi karışıyor, soluk almak olanaksız, göz açmak ne mümkün!

ÜNİFORMALI POLİS VE ELİ SOPALILAR

Sokak aralarına kaçışanlar: Gazdan, coptan, tazyikli sudan kurtulmak isteyen on binler... TOMA’lar halkın üstüne yürüyor, düşman ordusunun üstüne yürür gibi. Başak’ın üstüne çullanıyor 7-8 üniformalı, yanlarında sivil giyimli eli sopalılar.

‘TAYYİP’İ SEVİYORUM’ DE!

Birbiri ardına iniyor Başak’ın sırtına, omzuna, kollarına cop darbeleri. “Bırakın” diyor Başak. “Vurmayın.” Vicdandan, insanlıktan, acıma duygusundan zerre nasiplenmemiş coplu, sopalı, gazlı sürü saldırıyor ha saldırıyor. Derken bayılıyor Başak. Bayılsa ne olur, bayılmasa ne! Dinler mi gözlerini kan, nefret, intikam bürümüşler! Çimlerin üstüne baygın yatan Başak’a vurmaya devam ediyorlar. Bir ara ayılır gibi oluyor Başak. Tutup Başak’ın boynunu, zorla kaldırıyor kafasını ve emrediyor:

“Tayyip Erdoğan’ı çok seviyorum” de!
“Türk polisini çok seviyorum” de!
Demiyor Başak. Dedirtemiyorlar.

Yeniden başlıyor dayak; coplar havada kalkıp iniyor Başak’ın üstüne. Denize atlayarak kurtulmak istiyor. Ama izin vermiyor polisler, çekip alıyorlar Başak’ı ve vurmaya devam ediyorlar. O sırada Başak’ın kulağına çalınan cümleler çok manidar: “İşte AK Parti gençlik kollarının gücü” diyor polislerin yanındaki siviller birbirleriyle konuşurken. Kısa bir süre daha yerde yatıyor Başak. Her tarafı kan revan içinde, kemikleri kırılmış Başak’ın yanında bir polis beliriyor, kaskının içinden sadece gözleri görünen. Akıl veriyor Başak’a: Ya burada nefes almadan ölü taklidi yap ya da defol git! Başak, topallaya sendeleye, aksaya aksaya uzaklaşmaya başlıyor Gündoğdu Meydanı’ndan. Alsancak’ta bir apartmanın giriş kapısının açık olduğunu fark ediyor. Dalıyor içeri. Üst katlara tırmanmaya başlıyor. Can havliyle bir kapıyı çalıyor. Başak’ın şansı o saatten sonra yaver gidiyor: Kapıyı açan İzmir Barosu avukatlarından Funda Hanım. Sonradan Başak’ın avukatlığını üstelenecek olan Funda Hanım. O dakikadan itibaren bir grup polis, aşağıdan zile basarak, üçüncü kat balkonuna doğru ıslık çalıp sövgüler düzerek yarım saate yakın ev sahibi Funda Hanım’ı ve davetsiz misafiri Başak’ı taciz etmeyi sürdürüyor.

‘BACAĞINDA 25 DARP VAR’ RAPORU

Saatler gecenin 03.30’unu gösterirken hastaneye ulaşabiliyor Funda. Hastanede üç saat sürecek yeni bir macera başlıyor. Filmleri çekiliyor, kırıklar tespit ediliyor. Başak’ın midesinde bir sıvının biriktiği anlaşılıyor. Kolu alçıya alınıyor Başak’ın. Bacağındaki kırık biraz daha önemsiz ama yürümekte zorlanıyor. Çünkü bacaklarında 25 darp izi olduğu raporlarla sabit.

Başak’ın kolunda polisi el izi, o izin üzerinde onlarca cop izi. İz iz üstünde. Raporlarını gösteriyor Başak. Ve son sözünü söylüyor: Korkmuyorum. Hakkımı sonuna kadar savunacağım ve bu polislerin cezalarını çekmesi için her türlü hukuki işleme başvuracağım.

Gözünü, kolunu, bacağını kaybeden insanlara tek tavsiyesi şu Başak’ın: “Lütfen hakkınızı arayın. Direnmekten asla vazgeçmeyin. Çünkü bu saatten sonra direnmekten vazgeçilirse, çekilen bunca acılar, yenilen bunca dayak, bunca mücadele hepsi boşa gidecek.”

Kaynak: www.yurtgazetesi.com.tr ... »

04.07.2013 2368
PKK: Öcalan-Erdoğan yazılı mutabakatı elimizde!

PKK’dan itiraf: Erdoğan-Öcalan mutabakat imzalamış

PKK’nın Avrupa yöneticilerinden Kongra-Gel Başkanı Remzi Kartal, örgütün haber ajansı ANF’ye verdiği röportajda PKK lideri Abdullah Öcalan ile Başbakan Tayyip Erdoğan arasındaki mutabaktın yazılı olduğunu belirtti. AKP Hükümeti’nin, mutabakata uygun adım atmaması halinde kamuoyuna açıklayacaklarını vurguladı.

Kartal şöyle konuştu:

“Bunlar yazılı olarak, bizim, devletin ve Barış ve Demokrasi Partisi’nin (BDP) elinde var. Bu belgelerde, PKK’nin atması gereken adımlar ve buna karşı da, devletin yapması gerekenler yazıyor. Kürt tarafları birinci aşamada, gereken adımları attı. Ancak Türk devleti ağırdan alıyor, oyalıyor.”
“Süreç bozulursa bu belgeleri kamuoyuyla paylaşacak mısınız” sorusuna Kartal, şöyle yanıt verdi:

YAZININ TAMAMI GAZETENİZ AYDINLIK'TA

Kaynak: www.aydinlikgazete.com ... »
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