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Monday, 22. January 2018
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08.02.2008 1493
Warum zeigt die ARD eigentlich immer nur Klischee-Migranten im "Tatort"?

Daniel Bax ist Meinungsredakteur der taz.

Pietät und Populismus

KOMMENTAR VON DANIEL BAX

Es ist schon häufiger vorgekommen, dass ein Fernsehfilm aus aktuellem Anlass verschoben wurden. Nach dem Schock vom 11. September 2001 erschien es vielen unangebracht, im deutschen Fernsehen Spielfilme zu zeigen, in denen ein Terroranschlag eine US-Großstadt verwüstet - und von solchen Filmen gibt es sehr viele. Nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien vor vier Jahren waren Filme verpönt, die von Überschwemmungen und Flutwellen handelten; einige Radiosender strichen damals sogar den Song "Die perfekte Welle" der Band Juli aus dem Programm.

Die Entscheidung, aufgrund des tragischen Brands in Ludwigshafen einen für kommenden Sonntag geplanten "Tatort"-Krimi zu verschieben, ist daher nicht so absurd, wie es zunächst scheint. Schließlich soll der Krimi unter türkischen Migranten in Ludwigshafen spielen. Dort aber sind am Wochenende neun Menschen ums Leben gekommen, Dutzende liegen noch im Krankenhaus. Seit auch noch die Vermutung kursiert, es könnte ein rassistisch motivierter Anschlag gewesen sein, ist das Klima in der Stadt mehr als angespannt.

Es dürfte allerdings nicht nur Pietät gewesen sein, die SPD-Chef Kurt Beck bewogen hat, sich als Erster öffentlich für eine Verschiebung des "Tatorts" stark zu machen. Schließlich war Beck gerade von türkischer Seite scharf kritisiert worden, weil er die Möglichkeit eines fremdenfeindlichen Anschlags zunächst in Abrede gestellt hatte. Gut möglich, dass es ihm nun darum ging, mit einer populistischen Forderung wieder Boden gutzumachen. Nur ist es nicht sein Aufgabe, sich über das Programm öffentlich-rechtlicher Sender Gedanken zu machen: Das obliegt deren Intendanten.

Politiker müssen mit Besonnenheit auf die Spekulationen reagieren, in Ludwigshafen könnte ein Rechtsradikaler einen Anschlag verübt haben. Es ist gut, dass Beck und Erdogan in Ludwigshafen versuchten, die Wogen zu glätten. Die ARD dagegen muss sich fragen, warum Migranten in ihren "Tatort"-Krimis eigentlich nur im Zusammenhang mit Klischeethemen wie Zwangsehen auftauchen. Wie wäre es mal mit einem Börsenspekulanten türkischer Herkunft? Dann gäbe es sicher weniger solcher Debatten.

Quelle: www.taz.de ... »

08.02.2008 1492
Aus den Versäumnissen der 90er Jahre lernen - Erwünschte Einmischung

Jürgen Gottschlich ist Türkei-Korrespondent der taz und lebt in Istanbul.

KOMMENTAR VON JÜRGEN GOTTSCHLICH

Seit gestern sind vier türkische Kriminalbeamte in Ludwigshafen eingetroffen, um den Ursachen des verheerenden Großbrands nachzugehen, bei dem am Wochenende neun Menschen zu Tode kamen. Es ist gut, dass die Kollegen aus der Türkei die Polizei in Rheinland-Pfalz unterstützen. Ihre Mitarbeit kann dazu beitragen, dem Eindruck entgegenzuwirken, die deutschen Behörden würden die Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung nicht ernst genug nehmen.

Dieser Eindruck verdankt sich vor allem den Erfahrungen aus den frühen Neunzigerjahren, als die damals politisch Verantwortlichen auf den mörderischen Brandanschlag auf eine türkische Familie in Solingen zunächst mit Ignoranz und später mit Taktlosigkeit reagierten. Von offizieller Seite wurden die rassistischen Motive des Anschlags, dem andere fremdenfeindliche Anschläge in Mölln, Rostock und Cottbus vorausgegangen waren, zunächst heruntergespielt. Später weigerte sich Bundeskanzler Kohl, den Angehörigen der Opfer zu kondolieren. Das hat den deutsch-türkischen Beziehungen damals schwer geschadet.

Jetzt hat die deutsche Seite die Chance, wieder Vertrauen zurückzugewinnen - indem sie, wie die Behörden in Ludwigshafen, den türkischen Befürchtungen Rechnung trägt, statt sie, wie es Innenminister Schäuble zunächst getan hat, reflexhaft als "Frechheit" zu denunzieren. Oder indem die Polizei dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan bei seinem heutigen Besuch in Ludwigshafen versichert, alles Nötige zu tun, um die Brandursache aufzuklären, statt die Möglichkeit eines fremdenfeindlichen Anschlags vorschnell auszuschließen, wie es SPD-Chef Kurt Beck getan hat.

Die Toten waren allesamt Angehörige einer Großfamilie aus Gaziantep, einer Industriestadt an der syrisch-türkischen Grenze. Nicht nur dort sind fast alle davon überzeugt, dass ihre Landsleute im fernen Deutschland Opfer eines fremdenfeindlichen Brandanschlags geworden sind. Dass ein türkischer Ministerpräsident ihre Befürchtungen ernst nimmt und sich im Ausland für türkische Staatsbürger einsetzt, ist für sie eine neue und gute Erfahrung. Man sollte das nicht als unzulässige Einmischung missverstehen.

JÜRGEN GOTTSCHLICH

Quelle: www.taz.de ... »

08.02.2008 1491
Ludwigshafen - Neonazis wohnen direkt neben Brandort

Mehrere Rechtsextremisten wohnen in unmittelbarer Nähe des ausgebrannten Hauses in Ludwigshafen, darunter ein führendes Mitglied des «Aktionsbüros Rhein-Neckar». Noch gibt es keinen Durchbruch bei den Brandermittlungen.

Bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe von Ludwigshafen ist der Polizei noch kein Durchbruch gelungen. Wie Polizeisprecher Volker Klein am Freitag erklärte, gibt es bislang keinen eindeutigen Hinweis auf die Ursache. Brandermittler untersuchten am Freitag erneut das ausgebrannte Gebäude in der Ludwigshafener Innenstadt.

Nach einem Bericht des Lokalsenders Radio Regenbogen wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft des Gebäudes mindestens drei polizeibekannte und teils vorbestrafte Rechtsextremisten. Darunter seien ein führendes Mitglied des rechten «Aktionsbüros Rhein-Neckar» sowie ein 25-Jähriger, der wegen Beteiligung an einem Brandanschlag vor knapp sechs Jahren zu einer viereinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden sei. Bei dem 25-Jährigen seien zudem im vergangenen Herbst mehrere Schlagwaffen sichergestellt worden.

Innenpolitische Profilierung

Die Polizei hatte allerdings wiederholt betont, dass es bislang keinen Hinweis darauf gibt, dass der Brand durch einen politisch motivierten Anschlag ausgelöst wurde. Zu keinem konkreten Ergebnis haben bislang auch die Vernehmungen zweier türkischer Mädchen geführt, die einen Brandstifter in dem betroffenen Gebäude gesehen haben wollen. Polizeisprecher Klein sagte, es werde noch geprüft, ob aufgrund der Aussagen der Mädchen ein Phantombild erstellt werden könne.

Unterdessen kritisierte die SPD-Islambeauftragte Lale Akgün den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Brandort in Ludwigshafen: «Ihm ging es letztlich um innenpolitische Profilierung», sagte Akgün der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse». Erdogan betreibe eine ähnliche Politik wie der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU): «Die gleichen Ressentiments, die Koch gegen Ausländer im Wahlkampf geschürt hat, werden jetzt auch in der türkischen Bevölkerung von Erdogan geschürt», sagte die SPD-Politikerin.

«Diese Hetze kann man nicht hinnehmen»

Die Islambeauftragte der SPD kritisierte auch die Berichterstattung der türkischen Presse über den Brand. Die Kritik an Feuerwehr und Polizei sei unfair. «Diese Hetze kann man nicht hinnehmen.» Auch Wolfgang Bosbach (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) äußerten sich kritisch über türkische Medien. Özdemir sagte «stern.de», die Reaktionen seien überzogen. In einem Interview der «Passauer Neuen Presse» sagte Bosbach: «Schlagzeilen in türkischen Zeitungen wie 'Wieder verbrennen Sie uns!'», sind einfach unerträglich. (AP)

Quelle: www.netzeitung.de ... »

08.02.2008 1490
Bischof fordert Scharia in Großbritannien

Der britische Erzbischof Williams will, dass Muslime Ehe- oder Geldprobleme über islamisches Recht lösen können und nicht in normale Gerichtssäle müssen. Dafür wird er harsch kritisiert.

Für seinen Vorstoß zur Einführung der Scharia in Großbritannien hat das Oberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams, scharfe Kritik geerntet. Nach Premierminister Gordon Brown lehnten am Freitag auch christliche und weltliche Organisationen den Vorschlag ab.

Der frühere Innenminister David Blunkett erklärte, ein solcher Schritt wäre eine Katastrophe für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Der Erzbischof von Canterbury hatte am Donnerstag erklärt, die begrenzte Anwendung des islamischen Rechts könne die Gesellschaft stärken. Nach Williams' Vorstellungen soll es britischen Muslimen erlaubt sein, Ehe- oder Geldstreitigkeiten unter der Scharia, dem islamischen Recht, zu klären und nicht in normalen Gerichtssälen.

«Bestimmte Regelungen der Scharia sind bereits in unserer Gesellschaft und unserem Rechtssystem anerkannt», sagte Williams. Es werde damit kein fremdes oder rivalisierendes System eingeführt. Williams verwies darauf, dass orthodoxe Juden in Großbritannien ihre Streitigkeiten bereits mit Hilfe des traditionellen jüdischen Rechtes lösen könnten.

Es geht um das Zivilrecht, nicht um das Strafrecht

Ein Sprecher von Premierminister Gordon Brown wies den Vorschlag umgehend zurück. In Großbritannien solle britisches Recht gelten, das auf britischen Werten basiere. Britische Muslime begrüßten dagegen die Äußerungen des Erzbischofs. Der Direktor der Ramadhan-Stiftung, Mohammed Shafiq, erklärte, die Anwendung der Scharia könne die Spannungen in der britischen Gesellschaft verringern. Er betonte, es gehe dabei nicht um das Strafrecht, sondern lediglich um das Zivilrecht. In Teilen Kanadas werde die Scharia bereits angewendet.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sagte, es sei ein falscher Ansatz, von einem doppelten Recht auszugehen und sich davon Integration zu erhoffen. Man müsse zwar die Frage stellen, inwieweit kulturelle Besonderheiten innerhalb des Rechtssystems einen legitimen Ort haben könnten, sagte Huber der Deutschen Welle. «Aber man muss gerade darauf aus sein, dass es in einem Land ein Recht gibt.» In Großbritannien leben etwa 1,6 Millionen Muslime. Die meisten von ihnen stammen aus der früheren Kolonie Pakistan. (AP)

Quelle: www.netzeitung.de ... »

08.02.2008 1489
Türkische Gemeinde - „Das erinnert uns an Solingen“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, warnt zwar vor voreiligen Schlüssen. Die Brandbilder aus Ludwigshafen seien jedoch denen aus Solingen ähnlich, und das erkläre die Wut vieler Deutsch-Türken.

Von FOCUS-Online-Autor Mario Kubina

„Die Emotionen sind deshalb so stark, weil uns das an Mölln und Solingen erinnert“, sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, zu FOCUS Online. Zugleich warnte Kolat davor, mit Blick auf den Wohnhausbrand in Ludwigshafen schon jetzt von einem Anschlag zu sprechen. Stattdessen sollten die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen abgewartet werden. „Ich will keinen Brandanschlag herbeireden – ich hoffe sogar sehr, dass es keiner war.“ Die zum Teil scharfen Reaktionen in Deutschland lebender Türken hätten jedoch nachvollziehbare Gründe. Bei dem Hausbrand waren am Faschingswochenende neun Menschen ums Leben gekommen, 60 wurden verletzt.

„Es ist doch völlig normal, dass nach einer Wahlkampagne wie der von Roland Koch die Stimmung angeheizt ist“, sagte Kolat in Anspielung an den vielfach als ausländerfeindlich kritisierten Wahlkampf der hessischen CDU. Zudem hätten rassistische Übergriffe in jüngster Zeit deutlich zugenommen – auch das habe das Klima vergiftet. Daher hält Kolat es zumindest für möglich, dass der Brand in Ludwigshafen einen rechtsradikalen Hintergrund haben könnte: „Warum hat Beck das gleich ausgeschlossen? Warten wir doch ab, was die Ermittlungen zeigen.“ Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte bei einem Besuch des Unglücksorts Mutmaßungen in türkischen Medien entschieden zurückgewiesen, der Brand sei von Rechtsextremen gelegt worden.

Kolat mahnt türkische Presse zur Zurückhaltung

Kolat rief die türkische Presse dazu auf, sich künftig zurückhaltender über Vorgänge in Deutschland zu äußern. „Die eine oder andere Überschrift hätte ich so nicht gemacht.“ Insgesamt könne man den türkischen Zeitungen aber nicht vorwerfen, voreingenommen über die Geschehnisse in Ludwigshafen zu berichten. Entgegen der Wahrnehmung in Deutschland vertrete die Mehrheit der türkischsprachigen Zeitungen keineswegs die Anschlags-These.

Sollte sich diese Vermutung letztlich bestätigen, dann würde das die Stimmung weiter anheizen, so Kolat. Schon jetzt sei die Entwicklung ein Rückschlag für die Integrationspolitik in Deutschland. „Was wir brauchen, ist Ruhe, um gleichberechtigt miteinander sprechen zu können.“ Kolat forderte ein kommunales Wahlrecht für Ausländer, um diese besser am politischen Leben teilhaben zu lassen. Zudem müssten die im vergangenen Jahr beschlossenen Verschärfungen im Einwanderungsrecht zurückgenommen werden. Und bei künftigen Wahlkämpfen müsse ein Verhaltenskodex gelten, dem zufolge Minderheiten nicht auf diskriminierende Weise zum Gegenstand von Wahlkämpfen gemacht werden dürften.

Ähnlich hatte sich zuvor die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz geäußert. Die Grünen-Politikerin forderte im Gespräch mit FOCUS Online eine parteiübergreifende Vereinbarung, „dass Migranten nicht mehr zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert werden“. Im vergangenen Jahr seien einige Erfolge in der Ausländerpolitik erzielt worden, etwa mit dem Integrationsgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Diese seien nun aber zunichte gemacht worden. Auch Deligöz äußerte Verständnis dafür, dass der Brand in Ludwigshafen Erinnerungen an Solingen wachrufe. In der nordrhein-westfälischen Stadt waren im Jahr 1993 fünf Menschen ums Leben gekommen, nachdem Skinheads ein Wohnhaus in Flammen gesetzt hatten.

Quelle: www.focus.de ... »
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