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23.10.2007 1332
Chicago Tribune: ABD, K.Irak'taki PKK hedeflerini vurmayı planlıyor

ABD’de yayımlanan Chicago Tribune gazetesi, Amerikan yönetiminin Türkiye’yi sınır ötesi operasyon yapmaktan caydırmak için terör örgütü PKK’nın Irak’ın kuzeyindeki hedeflerine hava taarruzu planladığını ileri sürdü.

Gazetenin haberine göre, Amerikalı yetkililer, Türkiye, ABD ve Irak arasında üçlü görüşmelerin artık yeterli olmadığını, "bir şeyler yapılması gerektiğini" belirttiler.

Başkan George W. Bush’un krizin çözümü amacıyla dün akşam Cumhurbaşkanı Abdullah Gül ile yaptığı telefon görüşmesi hakkında bilgi veren kaynaklar, Bush’un Gül’e, ülkesinin Irak’ın kuzeyinden gelecek terör saldırılarını durdurmak için diplomasinin ötesindeki seçenekleri ciddi şekilde değerlendirdiği yolunda güvence verdiğini belirttiler.

Terör örgütü PKK’nın kökünün kazınması için Amerikan askerlerinin kullanılmasının son seçenek olduğunu ve ABD’nin PKK hedeflerine hava taarruzu yapmaya daha istekli olduğunu belirten yetkililer, güdümlü füzelerin kullanımının da söz konusu olduğunu, ancak savaş uçaklarıyla yapılacak hava taarruzunun daha kolay bir seçenek olarak göründüğünü, zira Irak hava sahasının kontrolünün ABD’nin elinde olduğunu söylediler.

Gazetenin haberine göre, Amerikalı yetkililer ve uzmanlar, bir başka seçeneğin de Irak’ın kuzeyindeki bölgesel Kürt yönetimini, peşmerge güçlerinin dağlardaki PKK kamplarının çevresinde kordon oluşturması yönünde ikna etmek olduğunu belirttiler.

Bush ile Gül arasında yapılan telefon görüşmesi hakkında bilgi veren bir yetkili, geçmişte ABD’nin PKK terör örgütüne karşı hava taarruzu ya da özel bir güçle doğrudan harekete geçme konusunda çekimser davrandığını belirtti. Şimdiye kadar kırmızı çizgilerinin Türklerin sınırı geçmesi olduğunu, çünkü bunun bölgede durumu iyice kötüleştireceğini kaydeden yetkili, "Bugün ise Türklerin sabrı taştı ve bizim de risk hesaplarımız değişiyor" diye konuştu.

Chicago Tribune gazetesine görüş bildiren Irak’ın kuzeyindeki bölgesel yönetimin Washington yetkilisi Kubad Talabani, ABD veya Türkiye’nin olası hava taarruzuna karşı çıkarken, peşmergelerin zaten teröristlerin dağdan bölgedeki kentlere inmelerine engel olmak için bir güvenlik kuşağı oluşturduklarını ileri sürdü.

Kaynak: www.milliyet.com.tr ... »

22.10.2007 1331
Kurden-Konflikt - USA rufen Iraker zum Kampf gegen PKK

Von Jürgen Gottschlich, Istanbul

Die USA wollen die Türkei um jeden Preis von einer Invasion in den Irak abhalten. Sie verstärken den Druck auf Bagdad, vermitteln hektisch zwischen allen Fronten - ob sie die PKK-Offensive und die Wut in der Türkei noch unter Kontrolle bringen können, ist ungewiss.

"Herr Präsident, Herr Präsident, ist die PKK nun terroristisch oder nicht?" - "Was, was ist? Können Sie das noch mal sagen, ich habe ihre Frage nicht verstanden!"

Wie sehr die Kommunikation zwischen den politischen Akteuren in der Türkei und im Nordirak derzeit gestört ist, illustrierte unfreiwillig ein Telefoninterview am Sonntagabend. Mehmed Ali Birand, einem der bekanntesten Journalisten der Türkei, war es gelungen, Dschalal Talabani ans Telefon zu bekommen - den Kurdenführer im Nordirak und gleichzeitig amtierenden Präsidenten des Gesamtirak. Während in Ankara das Kriegskabinett tagte, bekniete Birand Talabani, doch bitte irgendeinen entspannenden Satz zu sagen. Ohne Erfolg. Talabani wollte sich einfach nicht festlegen. Zehn Minuten wich er jeder Frage weiträumig aus. Nur so viel: Die PKK solle auch seiner Ansicht nach "aufhören, Ärger zu machen. "Wenn sie ihre Waffen nicht niederlegen wollen, sollen sie aus dem Nordirak verschwinden." Nur habe er, Talabani, leider nicht die Mittel, die PKK dazu zu zwingen.

Erst Stunden später hatte er Konkreteres zu verkünden. Im privaten türkischen Fernsehsender NTV gab er bekannt, man habe den PKK-Rebellen die Zusage abgerungen, dass ab Montagabend alle Kampfhandlungen beendet werden.

Zwischen beiden Auftritten lagen Stunden hektischer Diplomatie - die heute Nachmittag in der Zusage der Türkei gipfelte, vorerst nicht in den Nordirak einzumarschieren. Vor einem Militäreinsatz werde man alle diplomatischen Mittel ausschöpfen, sagte Außenminister Ali Babacan. Das Weiße Haus teilte mit, es verlange von den Irakern ein "zügiges Vorgehen" gegenüber der PKK. Man wolle keine "größeren militärischen Aktionen" an der türkisch-irakischen Grenze sehen und werde mit allen Parteien zusammenarbeiten, um eine Eskalation zu verhindern, sagte ein Sprecher von Präsident George W. Bush.

Wie viel der Aufschub und die Zusagen bringen, muss sich erst noch zeigen - die PKK hat das türkische Militär offen provoziert, und niemand weiß, ob sie sich wirklich unter Kontrolle bringen lässt. Erst heute teilte sie mit, sie habe acht türkische Soldaten in ihre Gewalt gebracht. Der türkische Generalstab räumte ein, dass seit den jüngsten Gefechten im Grenzgebiet acht Soldaten vermisst werden.

Die Wut in der Türkei wächst

Die politische Lage im kurdisch kontrollierten Nordirak ist kompliziert. Massud Barsani, neben Talabani der zweite Kurdenführer im Nordirak, hatte es noch gestern rundheraus abgelehnt, die PKK als Terrororganisation zu bezeichnen. Der derzeitige Präsident der kurdischen Autonomieregion und ewige Konkurrent Talabanis kündigte an, dass sich die 100.000 Mann der offiziellen kurdischen Miliz bei einem Einmarsch gegen die türkische Armee stellen würden.

Diese klare Weigerung der kurdischen Autonomieregierung, gegen die PKK vorzugehen, hatte die Wut in der türkischen Bevölkerung angestachelt. Die offiziellen Vertreter der Kurden waren nicht bereit, sich von den Anschlägen der Separatistenorganisation in der Türkei zu distanzieren - und machten sich damit selbst immer mehr zur Zielscheibe des türkischen Volkszorns. "Gebt Barsani, was er verdient", skandierten am Sonntag Tausende Demonstranten der rechtsradikalen MHP und ihrer Jugendorganisation Graue Wölfe in Istanbul und anderen Städten. Hunderte zogen am Sonntagabend durch die zentrale Fußgängermeile der Stadt - von den shoppenden Massen teilweise durchaus mit Beifall bedacht.

Mit der PKK und Barsani rückt auch die legale kurdische Partei DTP in den Fokus der Auseinandersetzung. Von den Demonstranten kurzerhand als Sprachrohr der PKK geschmäht, fordern immer mehr Nationalisten, die Abgeordneten der DTP aus dem Parlament zu entfernen.

Erdogan gibt sich martialisch nach außen und mäßigend nach innen

Soweit wollen die meisten Kommentatoren in den großen türkischen Zeitungen noch nicht gehen. Doch auch viele von ihnen fordern die Regierung fast täglich auf, jetzt nicht länger zu zögern. Ex-General Orhan Kilercioglu schreibt heute in einer Kolumne in der "Daily News", es gebe keinen Grund, mit einem Einmarsch noch bis zum Treffen von Premier Recep Tayyip Erdogan mit US-Präsident Bush Anfang November in Washington zu warten. "Warum wollen Sie Bush überhaupt treffen?", fragt Kilercioglu. "Alles, was Sie ihm sagen wollen, können Sie jederzeit hier über das Fernsehen sagen." Es bringe nichts mehr, auf Zeit zu spielen. "Die türkische Nation ist stark genug, der PKK und dem Irak eine Lektion zu geben."

Auch Erdogan ist klar, wie bedrohlich die Lage geworden ist - entlang der irakischen Grenze, aber auch zwischen Türken und Kurden im Lande. Nach der Sondersitzung des Sicherheitsrats in der Nacht rief er deshalb eindringlich dazu auf, einen kühlen Kopf zu bewahren und brüderlich miteinander umzugehen. Die Medien rief er auf, verantwortungsvoll zu handeln und die Atmosphäre nicht weiter aufzupeitschen.

Erdogan versucht einerseits, durch martialische Rhetorik den Druck auf die USA zu erhöhen. Er lässt keinen Zweifel an der Entschlossenheit aufkommen, im Notfall im Nordirak einzumarschieren. Andererseits will er nach innen die Emotionen dämpfen, um Zeit zu gewinnen. In einem Interview mit der "Times" warf er den USA vor, nichts gegen die PKK im Nordirak zu unternehmen. Nach dem Völkerrecht sei die Türkei dazu befugt, militärisch gegen das Nachbarland vorzugehen. Ein Militäreinsatz könne jedoch vermieden werden, wenn die PKK auf Drängen des Iraks verwiesen, ihre Lager geschlossen und ihre Führer ausgehändigt würden.

Rice hofft auf Zeit

Die USA haben in der Nacht offenbar erstmals den Türken signalisiert, dass sie nun doch bereit sind, gegen die PKK vorzugehen. Noch während der türkische Sicherheitsrat tagte, meldete sich Außenministerin Condoleezza Rice bei Erdogan und bat ihn, der US-Regierung "noch einige Tage Zeit" zu geben (mehr...). Das berichtete Erdogan auf Nachfragen bei seiner Pressekonferenz.

Am Sonntag hatte sich der türkische Verteidigungsminister Vecdi Gönül am Rande einer internationalen Tagung in Kiew mit seinem US-Kollegen Robert Gates getroffen, um konkrete Schritte der USA zur Eindämmung der PKK zu besprechen. Nachdem dann auch Präsident George W. Bush öffentlich bekräftigt hatte, die Anschläge der PKK müssten aufhören, macht man sich nun in Ankara wieder Hoffnungen. Vielleicht können die USA ihren kurdischen Verbündeten im Nordirak doch noch klar machen, wie verhängnisvoll es für alle Beteiligten wäre, wenn die Kämpfe eskalieren.

Barsani hat mittlerweile auch seine Miliz in das umkämpfte Gebiet entlang der irakischen-türkischen Grenze aufmarschieren lassen. In kurzen Abständen steht dort nun eine Postenkette. Unklar ist, ob dies die Vorhut ist, die sich wie angekündigt einem türkischen Einmarsch entgegenstellen soll - oder ob Barsani endlich dafür sorgen will, dass die PKK wenigstens in den kommenden Tagen vom Nordirak aus keine weiteren Attacken mehr unternimmt. Barsani selbst äußerte sich dazu nicht.

Quelle: www.spiegel.de ... »

22.10.2007 1330
KURDEN-KONFLIKT - Ankara verstärkt Truppen im irakischen Grenzgebiet

Die türkische Armee vermisst nach den schweren Gefechten mit PKK-Kämpfern acht Soldaten - und verstärkt die Truppen im irakischen Grenzgebiet: Dutzende Militärfahrzeuge mit Waffen und Soldaten wurden näher an die Grenze verlegt.

Ankara - Türkische Soldaten in den Händen von Kämpfern der verbotenen kurdischen Separatistengruppe PKK? Gestern noch hat Ankara entsprechende Meldungen bestritten. Heute bestätigte die türkische Armee zumindest, dass acht ihrer Soldaten seit den schweren Gefechten am Sonntag im Grenzgebiet zum Irak vermisst werden.

Eine als PKK-nah geltende Nachrichtenagentur hat heute die Namen von sieben türkischen Soldaten veröffentlicht, die sich in der Gewalt der kurdischen Separatistengruppe befinden sollen. Insgesamt habe die PKK bei den gestern begonnenen Gefechten nahe der Grenze zum Nordirak acht Soldaten gefangengenommen, meldete die Agentur Firat auf ihrer Internetseite.

Bei den Kämpfen in der türkischen Provinz Hakkari waren der Armee zufolge zwölf Soldaten und 34 PKK-Kämpfer getötet worden.

Nach den schweren Gefechten verstärkt die Türkei ihre Truppen in der Region. Ein Kameramann der Fernsehnachrichtenagentur APTN beobachtete heute einen Konvoi aus rund 50 Militärfahrzeugen, die mit Soldaten und Waffen näher an die Grenze zum Irak verlegt wurden. Es war nicht klar, ob die Türkei damit einen möglichen grenzüberschreitenden Angriff vorbereitete.

EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn verurteilte die Angriffe der kurdischen PKK-Rebellen auf türkische Soldaten. "Die Kommission bekundet ihre Solidarität mit der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus, der eine gemeinsame Herausforderung für die EU und für die Türkei ist", sagte eine Sprecherin Rehns heute in Brüssel. Der Kommissar, der für die Beitrittsverhandlungen mit Ankara zuständig ist, hatte schon in der vergangenen Woche erklärt, die Kommission habe Verständnis für das Bemühen der türkischen Regierung, "die Bürger zu schützen".

Zugleich hatte er die Türkei und den Irak aufgefordert, dieses Problem in Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen und unter Achtung des internationalen Rechts anzugehen".

Die Türkei hat mit einem Einmarsch in den Nordirak gedroht, um Rebellen der PKK zur Strecke zu bringen. Das Parlament ermächtigte Regierung und Streitkräfte in der vergangenen Woche grundsätzlich zu einer solchen Militäraktion. Türkische Politiker haben allerdings erklärt, eine Offensive stehe nicht unmittelbar bevor.

Der gestrige Vorfall, einer der schwersten der vergangenen Jahre, hatte Krisengespräche der türkischen Staats- und Armeeführung ausgelöst und die Debatte über ein militärisches Vorgehen gegen die Rebellen im Nordirak angeheizt. Das Büro des britischen Premierministers Gordon Brown forderte die türkische Regierung heute erneut zur Zurückhaltung auf.

hen/dpa/AP/Reuters

Quelle: www.spiegel.de ... »

22.10.2007 1329
Cemil Çiçek: Derin operasyon

Bakanlar Kurulu toplantısının ardından açıklama yapan Hükümet sözcüsü Cemil Çiçek, şu aşamada kamuoyuna açıklanamayacak adımlar atıldığını söyledi. İçinde bulundukları durum nedeniyle kapsamlı açıklama yapamadıklarını dile getiren Çiçek, “Yoksa adım atılmadığı düşünülmesin. Tezkereyi dolapta dursun diye çıkarmadık” diye konuştu.

Çiçek'in bu açıklaması Başkent kulislerinde, Ankara'nın sınır ötesi kartını oynamadan önce stratejik bazı gizli operasyonlar yaptığı şeklinde yorumlandı. Strateji uzmanları 'derin operasyon' olarak niteledikleri bu gelişmelerin Irak'a girmeden önce atılan son adımlar olduğuna da dikkati çekti.

İşte çiçek’in açıklamasından satır başları:

Bakanlar kurulu toplantısında Hakkari'deki hain saldırı ile terörle ve teröristlerle mücadele ele alındı.

Çok boyutlu olduğu düşünüldüğünde silahlı mücadele önce olmak üzere ivedi alınması gereken tedbirler görüşüldü.

Tedbirlerin niteliği zamanı konusunda tüm kurumlar mutabakat içindedir.

Silahlı Kuvvetlere verilmesi gereken destek konusunda hükümetimiz tam bir siyasi kararlılığa sahiptir.

Vatandaşlarımız sakin ve müsterih olmalıdır.

Kimse Türkiye'nin gücünü ve sabrını zorlamaya yeltenmemeli.

Kamuoyunun iyi bilmesi gerekir. Dün ve bundan sonra alınacak kararlar konusunda devletin tüm kurumları fikir birliği içindedir.

Bu aşamada adımlar atılmaya devam etmektedir. Bunların bir kısmı bilinebilecek şeylerdir. Bazıları ise niteliği nedeniyle gizli kalması gereken şeylerdir. Yoksa adım atılmadığı düşünülmesin.

Tezkereyi dolapta dursun diye çıkarmadık.

İçinde bulunduğumuz durum bizim bazı gerçekleri söylememizi güçleştirmektedir. O nedenle ben kapsamlı bir açıklama yapamam.

SORU: PKK'NIN ELİNDE ESİR ASKERLER OLDUĞU İDDİALARI İÇİN NE DİYORSUNUZ?

O bölgede mücavir alanlarda operasyonlar devam ediyor. Operasyon sırasında bazı birlikler arasında irtibat eksikliği olabilir. Mücadele sürüyor. İnşallah kısa süre içinde neticeyi alırız.

DIŞ TEMASLAR DEVAM EDİYOR

Bir sürü dış temasta bulunuluyor. Bir taraftan Başbakanımızın İngiltere gezisi var. Orada İngiltere ve İsrail Başbakanları ile görüşecek.

Dışişleri Bakanımız Irak'a komşu ülkeleri ziyaret etmeye devam ediyor.

Ayrıca yarın Irak komşu ülkelerin İçişleri Bakanları toplantısı yapılacak ve orada Türkiye'nin atamaya hazırlandığı adımlar anlatılacak.

Kaynak: www.hurriyet.com.tr ... »

22.10.2007 1328
PKK - Blutiger Poker zwischen Türkei und Irak

Kaum hat das türkische Parlament einen Militärschlag gegen die PKK im Nordirak genehmigt, töten die Guerillas am Wochenende 17 türkische Soldaten. Ehe die Türkei einmarschiert, muss sie sich daher dreimal fragen, ob dies nicht vielleicht genau das ist, was die Kurden wollen.

In der Türkei erinnert sich derzeit mancher an den Juli 2006. Damals töteten libanesische Hisbollah-Kämpfer auf israelischem Gebiet mehrere Soldaten und nahmen zwei weitere gefangen. Die Folge war ein Krieg, der 34 Tage lang dauerte und Israel viel Blut, Geld und Prestige kostete. Erstmals schien seine Armee verletzt werden zu können, von einer verhältnismäßig kleinen, aber disziplinierten Guerilla-Armee mit einer Mischung aus modernen panzerbrechenden Waffen und alten Kalaschnikows.
Plötzlich sieht sich nun die Türkei einer ähnlichen Lage gegenüber. Vom irakisch-türkischen Grenzgebiet aus operierende PKK-Guerillas töteten am Wochenende 17 türkische Soldaten und nahmen nach ersten eigenen Angaben zehn weitere gefangen. Eine Bestätigung aus unabhängiger Quelle gab es nicht – es gab aber auch kein Lebenszeichen der Soldaten. Am Montag veröffentlichten PKK-nahe Medien dann Berichte, wonach es nur acht Gefangene gebe, und nannten deren Namen.

Provoziert die PKK Ankara?

Der Anschlag erfolgte vier Tage nachdem das türkische Parlament einen Militärschlag im Nordirak genehmigt hatte. Der Schluss liegt nahe, dass die PKK jetzt Ankara gezielt provoziert hat, um die Türken zu einem solchen Schritt zu verleiten. Auch kann es gut sein, dass die PKK die erfolgreiche Taktik der Hisbollah genau studierte und gezielt versuchte, Gefangene zu nehmen.

Wenn es diese Gefangenen wirklich gibt, bekommt die Krise eine neue Dimension: Zwar ließen türkische Generäle den Medien gegenüber durchblicken, dass das Militär bereits im Nordirak operiert, um die „rund 200“ PKKler einzukreisen, die den Anschlag vom Sonntag ausführten. Aber das wird nicht reichen, um jene Türken zu besänftigen, die immer lauter nach einer größeren Offensive im Nordirak rufen werden, wenn die PKK nun die türkische Öffentlichkeit ständig bis aufs Blut reizen kann, indem sie ihre Gefangenen stets neu erwähnt oder diese gar erniedrigt.

Bislang versucht die Regierung eine Gratwanderung zwischen martialischer Rhetorik und dem Verzicht auf hitziges Handeln. Es scheint, als wolle Ankara die Gelegenheit nutzen, um endlich die USA zum Handeln zu bewegen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sprach mit US-Außenministerin Condoleezza Rice. Diese soll dem Vernehmen nach um einige Tage „Bedenkzeit“ gebeten haben, bevor die Türkei eigenmächtig handelt. Zunächst wollen die USA wohl prüfen, welche Schritte sie selbst unternehmen können. Der türkische Verteidigungsminister Gönül erklärte, man werde vorerst nichts Größeres unternehmen, denn „wir wollen diese Sache gemeinsam mit den Amerikanern machen“. Das macht eine Entscheidung vor dem 5.November unwahrscheinlich – für diesen Tag ist ein Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und Erdogan in Washington geplant.

Eine militärische Offensive löst nichts

Was aber, wenn die Türkei am Ende tatsächlich eine größere Offensive startet? Politisch würde es nichts lösen und militärisch vermutlich höchstens Scheinsiege bringen, da die PKK ihre Lager vor der türkischen Offensive räumen dürfte und vielleicht sogar ähnliche Erfolge verbuchen könnte wie die Hisbollah vor einem Jahr gegen Israel.

Der türkische Militär- und PKK-Experte Nihat Ali Özcan hält es daher für wahrscheinlich, dass Ankara im Falle einer großen Operation „im Nordirak kein Schattenboxen mit der PKK führen“ werde. Anders gesagt: Wenn Ankara das enorme politische und militärische Risiko einer solchen Operation eingehen sollte, würde man versuchen, die größeren politischen Ziele der Türkei im Nordirak durchzusetzen und der kurdischen Regionalführung, die langfristig einen eigenen Staat anstrebt, eine Lektion zu erteilen. „Für die Türkei ist dies eine Daseinsfrage", sagt Özcan. „Die Entwicklungen im Nordirak tangieren die territoriale Integrität der Türkei, und die PKK wird hier von anderen Kräften als Mittel benutzt. Es gibt also andere, die die Türkei bestrafen würde. Es kann durchaus sein, dass Barsani, dem Präsidenten der autonomen Region Kurdistan, eine Lektion erteilt wird und dass auf seinen Kopf die Bomben hageln.“

Nachdenklich müsste die Türken jedoch stimmen, dass man es auf kurdischer Seite genau darauf anzulegen scheint. Sowohl Barsani als auch der kurdischstämmige Staatspräsident des Irak, Talabani, haben die Forderung Ankaras zurückgewiesen, die PKK-Führung auszuliefern. Auch wurde der Angriff von Sonntag nicht von jenem Gebiet des Nordirak aus geführt, in dem sich normalerweise die PKK befindet, sondern von einer Region aus, die kurdische Peschmerga-Einheiten kontrollieren, die loyal zum Regionalpräsidenten Barsani stehen.

Ehe also die Türkei einmarschiert, muss sie sich dreimal fragen, ob dies nicht vielleicht genau das ist, was die Kurden wollen, um ihre innere Einheit zu festigen und die Staatsbildung politisch voranzutreiben. Das jedenfalls könnte dann naheliegen, wenn die irakische Zentralregierung die Kurden nicht gegen die Türken verteidigen würde.

Quelle: www.welt.de ... »
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