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Wednesday, 25. April 2018
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12.07.2007 829
Trotz Fleiß kein Preis

Kinder mit Migrationshintergrund scheitern am deutschen Bildungssystem. Und zwar selbst dann, wenn ihre Leistungen so gut sind wie die von Deutschen.

Von Tanjev Schultz

Dass die Kinder und Enkelkinder von Einwanderern in der Schule scheitern, ist kein Naturgesetz. Ihre Bildungsprobleme haben soziale Ursachen, und Ausnahmen gibt es glücklicherweise auch.

Doch statistisch gesehen haben es Migranten in Deutschland schwer: Auf allen Bildungsstufen, vom Kindergarten bis zu den Hochschulen, haben sie schlechtere Chancen als ihre deutschen Altersgenossen. Migranten geben ihre Kinder seltener in einen Kindergarten als deutsche Eltern, bei der Einschulung sprechen viele unzureichend Deutsch.

Selbst wenn sie einen Kindergarten besuchen, reicht die Sprachförderung oft nicht aus. Eine Studie der Gesundheitsbehörde in Berlin zeigte im vergangenen Jahr, dass 19 Prozent der türkischen Kinder auch nach mehr als zwei Kindergarten-Jahren kaum Deutsch sprechen.

In den Schulen verschärfen sich die Probleme. Die Angehörigen der zweiten Generation von Migranten, die bereits in Deutschland geboren wurden, haben in den Pisa-Studien besonders schwach abgeschnitten. Mehr als 40 Prozent der 15-Jährigen müssen in Mathematik bereits bei den einfachsten Aufgaben passen.

Mehr als ein Drittel der jungen Migranten ohne Schulabschluss

Fast jeder zweite junge Türke besucht eine Hauptschule, nur jeder achte ein Gymnasium. Jeder fünfte Jugendliche aus einer Migrantenfamilie beendet die Schule ohne Abschluss, unter Deutschen liegt die Abbrecherquote nur bei sieben Prozent. Besondere Nöte haben Kinder, deren Eltern in Deutschland keine Aufenthaltserlaubnis haben. Nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen gehen sie oft gar nicht zur Schule, weil sie Angst haben, ausgewiesen zu werden.

Mehr als ein Drittel der 20- bis 30-jährigen Migranten hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, haben sich in den vergangenen zehn Jahren noch verschlechtert.

Und ein Studium schaffen die wenigsten: Lediglich acht Prozent der etwa zwei Millionen Studenten kommen aus Migrantenfamilien. Überdurchschnittlich viele von ihnen machen jedoch keinen Abschluss. Nach Berechnungen von Bildungsforschern liegt der Schwund bei 45 Prozent, die Abbrecherquote deutscher Studenten liegt um die Hälfte niedriger.

Migrantenkinder kommen überwiegend aus ärmeren Familien, mitunter können die Eltern kaum lesen und schreiben. Bisher haben die Schulen die fehlende Förderung in den Familien nicht ausgleichen können. Sie haben die Probleme noch verstärkt.

Mehrere Studien zeigen, dass Migranten selbst dann benachteiligt werden, wenn ihre Leistungen genauso gut sind wie die der Deutschen. So bekommen sie seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium.

Bei gleicher Leistung weniger Chancen

Migrantenkinder scheitern am deutschen Bildungssystem, selbst wenn ihre Leistungen so gut sind wie die von Deutschen.
Und nach einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung haben sie bei gleichen Schulleistungen auch geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Abgesehen von offener Diskriminierung können dafür fehlende soziale Netzwerke verantwortlich sein.

Der Bildungserfolg hängt unter anderem von den Erwartungen und dem Vertrauen der Lehrer in die Fähigkeiten der Schüler ab, betont eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin.

Ihre Lage wird aber dadurch erschwert, dass Einwanderer oft unter ihresgleichen bleiben. Zwar appellieren Politiker oft an Migranten, sich nicht abzuschotten, aber das Schulsystem zwingt sie zusammen. Jedes vierte Einwandererkind besucht eine Schule, in der Migranten die Mehrheit der Schüler stellen. Bei deutschen Jugendlichen ist es nur jeder Zwanzigste.

Zwischen verschiedenen Migrantengruppen gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Türkische und arabische Schüler haben besonders schlechte Chancen. Kinder, deren Eltern aus Osteuropa oder Russland nach Deutschland gezogen sind, schneiden besser ab, in Ostdeutschland sind vietnamesische Kinder überdurchschnittlich erfolgreich.

Kulturelle Traditionen mögen hier eine Rolle spielen, einfache Erklärungen gibt es aber nicht. Der Eindruck, dass vor allem muslimische Jugendliche Probleme haben, ist beispielsweise falsch. So gehören Italiener ebenfalls zu den Sorgenkindern, ungewöhnlich viele von ihnen besuchen Förderschulen. Und der internationale Vergleich zeigt, dass die Schulen in anderen Ländern Migranten effektiver fördern. So erreichen türkische Kinder in der Schweiz deutlich bessere Pisa-Werte als in Deutschland.

Quelle: www.sueddeutsche.de ... »

12.07.2007 828
Bund beschließt 150 Maßnahmen zur Integration

Ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur besseren Eingliederung von Migranten hat der Bundestag im Rahmen des Nationalen Integrationsplanes verabschiedet. Insbesondere Deutschkenntnisse sollen durch die Förderung besser vermittelt werden.

Das Bundeskabinett hat rund 150 Maßnahmen zum Nationalen Integrationsplan verabschiedet. Mit dem Beschluss des Kabinetts sind die Maßnahmen verbindlich. WELT ONLINE stellt die interessantesten Initiativen und Selbstverpflichtungen von Bund, Ländern, Kommunen, Bürgergesellschaft, Medien und Wirtschaft vor.

Integrationskurse: Das Stundenkontingent wird von 600 auf 900 Stunden aufgestockt. Die Kurse werden mit Arbeitsagenturen, Jugendmigrationsdiensten und örtlicher Wirtschaft vernetzt. Spezielle Angebote sind für Analphabeten, Jugendliche und Mütter geplant, auch eine Kinderbetreuung während der Kurse soll es geben.

Sprachförderung: Die berufsbezogene Deutschförderung für Migranten wird ausgeweitet. Ein Konzept zur Sprachförderung und ein Verfahren zur Sprachstandsfeststellung in Kindertagesstätten werden entwickelt.

Bildungspaten: Es wird ein bundesweites Netzwerk für Bildungspaten gestartet, das Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Schule und Ausbildung unterstützt.
Schulabbrecher: Das Modellprogramm "Schulverweigerung – Die 2. Chance" will Schulverweigerer mit Migrationshintergrund wieder in die Schulen integrieren.

Ausbildungspakt: Bundesregierung und Wirtschaft arbeiten zusammen am „Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher“, das auf 40000 Plätze aufgestockt wird, und an der Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze", die in Zusammenarbeit mit der DIHK und Wirtschaftsverbänden bis 2010 bis zu 10000 zusätzliche Ausbildungsplätze in Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft schaffen will.

Finanzielle Unterstützung: BAföG und Berufsausbildungsbeihilfen soll besonders für Jugendliche mit Aufenthaltsrecht leichter zugänglich gemacht werden.

Wirtschaftsinitiative: Eine "Charta der Vielfalt", der rund 100 Unternehmen angehören, hilft bei der Einstellung und Förderung von ausländischen Mitarbeitern.

Gegen Zwangsverheiratung: Eine Onlineberatung für Betroffene wird eingerichtet, Zufluchtstätten werden unterstützt.

Eltern-Bildungsoffensive: Die Türkische Gemeinde in Deutschland startet ein Programm, um türkische Eltern zu qualifizieren, ihre Kinder in Schule und Ausbildung stärker zu unterstützen.
Kulturmittler: Das Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. in Köln bietet Vermittler in Fällen häuslicher Gewalt an.

Leseförderung: Die Stiftung Lesen bietet Eltern und Großeltern spezielle Vorlesehefte für ausländische Eltern und Kinder zum gemeinsamen Deutschlernen an. Ehrenamtliche Lesepaten und Leseclubs fördern Sprach- und Leseverständnis von Kinder und Jugendlichen.

Integration durch Sport: Der Deutsche Olympische Sportbund qualifiziert im Rahmen des Programms "Integration durch Sport" besonders Multiplikatoren mit Migrationshintergrund. Schon im Sommer 2006 hat man drei Integrationsbotschafterinnen benannt und entwickelt seitdem spezielle Angebote in Sportarten, die von Migranten bevorzugt werden.

Fußball zur Integration: Der Deutsche Fußball-Bund plant den Aufbau eines Netzwerkes "Integration", um lokale fußballerische Integrationsprojekte zu koordinieren und fördert zusammen mit der Bundesregierung mit 300000 Euro das Modellprojekt "Am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung".

Medienunterstützung: Das ARD hat sich das Ziel gesetzt, den Alltag der Menschen aus Zuwandererfamilien als Teil der gesellschaftlichen Normalität abzubilden und dabei die Chancen einer kulturell vielfältigen Gesellschaft glaubwürdig zu vermitteln. Das Thema Islam spielt eine große Rolle – so plant das WDR eine zweitägige Sendung zum Ende des Ramadan; der SWR veröffentlicht ein „Islamisches Wort“ im Internet. Das ZDF hat mit dem „Forum zum Freitag“ bereits eine Internet-Dialogplattform zur interkulturellen Verständigung eingerichtet. Die CIVIS Medienstiftung für Integration und kulturelle Vielfalt wiederum wird einen neuen Fernsehpreis für betriebliche Integration von Einwanderern ausloben.

Quelle: www.welt.de ... »

12.07.2007 827
Der erste türkische Schützenkönig

Mehr Integration geht nicht! Während der Integrationsgipfel in Berlin im Streit um das Zuwanderungsrecht zu scheitern droht, hat ein Türke aus Paderborn den Gipfel der Integration bereits erreicht. Er hat den Vogel abgeschossen und ist Schützenkönig der Paderborner Bürgerschützen von 1831 geworden.

Als vermutlich erster Moslem in Deutschland hat sich der Unternehmer damit an die Spitze einer urdeutschen Tradition mit christlichen Wurzeln geschossen.

Seine grüne Schützen-Uniform samt Kappe trägt der grauhaarige Emin Özel mit Freude. Aber ein Bierchen? „Nein, Danke!“, sagt der bekennende Moslem. Seit Montag „regiert“ er bei den Paderborner Bürgerschützen. Dass die Mitglieder seines Hofstaats alle Deutsche sind, wundert den König nicht: „Da gibt es Informationsdefizite. Schützenvereine pflegen ja vor allem die Tradition.“

Für viele Türken bleibe das eine fremde Welt, sagt Özel. Auch er habe erst vor fünf Jahren zum ersten Mal ein Vereinstreffen besucht. Damit ist er weiter als viele seiner Landsleute. Schon im Kindesalter führen die Wege von Deutschen und Migranten häufig aus-einander, fanden Forscher des LBS-Kinderbarometers in Münster heraus. Ausländer schlössen sich viel seltener Vereinen an und bevorzugten stattdessen unorganisierte Treffen. „Emin, der Ideenreiche“, wie ihn seine Schützen-Untertanen wegen seines Berufes nennen, betreibt zusammen mit seiner Frau eine Werbeagentur in Paderborn mit 30 Mitarbeitern. Der 46-Jährige aus Tokat in der gleichnamigen türkischen Provinz lebt seit 1971 in Deutschland. Sein Vater war als Gastarbeiter der ersten Generation in die alte Bundesrepublik gekommen. 1979 kam Emin Özel zum Studium nach Paderborn. „Ich war hier der erste Türke mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Eigentlich wäre meine Frau Nilgün vor mir gewesen, aber sie war schwanger.“

2002 nahm ein Freund Özel mit zu einem Frühstück der Schützen: „Da hatte ich so viel Spaß, dass ich spontan Mitglied geworden bin.“ Vereine wie den der Schützen sehe er als Möglichkeit, sich in seiner Heimatstadt zu engagieren. In seiner Freizeit führt der Rotarier Besuchergruppen durch eine Paderborner Moschee. „Ich will das Bild des Islam korrigieren, das erscheint viel zu negativ.“

Die Idee, um den Königstitel mitzuschießen, sei von einem Schützenkameraden gekommen, sagt Özel. Er habe zugestimmt, auch um ein Zeichen für die Integration zu setzen. „Die Signalwirkung ist enorm, ich bekomme viele Glückwünsche von türkischen und deutschen Freunden.“ Noch nicht einer habe ihn kritisiert. Özel jedenfalls ist gespannt, „was meine Freunde am Freitag in der Moschee dazu sagen.“

Quelle: www.welt.de ... »

11.07.2007 826
Wallraff will auf jeden Fall in Köln Rushdie lesen

Die «Die Satanischen Verse» betrachte er als «literarisches Meisterwerk», sagt Journalist Wallraff. Es müse in der muslimischen Öffentlichkeit unbedingt gelesen und diskutiert werden.

Günter Wallraff will «notfalls unter Polizeischutz» in einer Kölner Moschee aus Salman Rushdies «Satanischen Versen» lesen. «Ich bin ja kein ängstlicher Mensch, ich werde da dran bleiben», sagte der Schriftsteller und Journalist am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. «Wenn das gelingt, wäre das wirklich ein Durchbruch und würde auch auf andere Moschee- Gemeinschaften ausstrahlen.»

Wallraff hatte den Vorschlag ursprünglich in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk gemacht. Er halte sein Vorhaben nicht für naiv, sagte er. Schließlich sei er gebeten worden, dem Beirat für eine geplante neue Moschee im Kölner Multikulti-Stadtteil Ehrenfeld beizutreten. «Das mache ich bestimmt nicht als nützlicher Idiot. Wenn, dann will ich da auch was bewegen.»

Den Roman «Die Satanischen Verse» betrachte er als «literarisches Meisterwerk», das in der muslimischen Öffentlichkeit unbedingt gelesen und diskutiert werden müsse. «Zurzeit verurteilen sie etwas, das sie gar nicht kennen.»

In den 90er Jahren war Wallraff Mitherausgeber der deutschen Ausgabe der «Satanischen Verse» und nahm Rushdie in seiner Wohnung in Ehrenfeld und in einer Unterkunft am Rhein auf. Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte 1989 eine als Fatwa bezeichnete Todesdrohung gegen Rushdie ausgesprochen.

«Kein glühender Befürworter»

Wallraff sagte, dass der Erbauer der Moschee, die Türkisch- Islamische Anstalt für Religion (DITIB), sein Vorhaben keineswegs als Provokation aufgefasst habe, sondern vielmehr ernsthaft darüber diskutiere.

Der Dialogbeauftragte der DITIB, Bekir Alboga, bestätigte am Mittwoch, dass er eine solche Lesung nicht grundsätzlich ausschließe. Allerdings werde das nicht von ihm entschieden, sondern vom Vorstand der DITIB.

«Ich bin kein glühender Befürworter der neuen Moschee, aber ich bin auch nicht dagegen. Schließlich gibt es bei uns Religionsfreiheit», sagte Wallraff. Was er anerkenne, sei das Bemühen der deutschen Muslime, sich in die Gesellschaft einzubringen. «Die haben sich von Gewalt ja auch klar distanziert», sagte er. Wenn sie aber immer wieder ausgegrenzt würden, sei das sehr verletzend. «Ich habe deshalb auch den Vorschlag gemacht, ihnen doch mal eine der vielen leer stehenden Kirchen zu übertragen, vielleicht mit der Auflage, dass muslimische Männer und Frauen dort dann gemeinsam beten. Dann hätte man auch noch was für die Integration getan.» (dpa)

Quelle: www.netzeitung.de ... »

11.07.2007 825
Integrationsgipfel - Türken drohen mit Klage in Karlsruhe

Berlin - Die Bundesregierung zeigt sich vom Boykott türkischer Migrantenverbände gegen den für Donnerstag geplanten zweiten Integrationsgipfel unbeeindruckt. Dieser werde unabhängig von der Teilnahme einzelner Verbandsvertreter "auf jeden Fall" stattfinden, sagte die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer, dem "Mannheimer Morgen" (Mittwoch). "Ich hoffe, dass die Verbände sich nicht selbst die Tür vor der Nase zuschlagen." Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinden, Kenan Kolat, bekräftigte jedoch am Dienstagabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg, dass man dem Treffen fernbleiben wolle. "Die vier Organisationen (Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland, Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung, Türkische Gemeinde in Deutschland, Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion DITIB) werden nicht teilnehmen", sagte er der rbb-"Abendschau".

Kolat kritisierte das am vergangenen Freitag vom Bundesrat verabschiedete Zuwanderungsgesetz erneut als diskriminierend, da es eine Ungleichbehandlung von Migranten enthalte. So müssten beim Ehegattennachzug einige Nationalitäten Sprachkenntnisse nachweisen, andere nicht. Erneut schloss er eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht nicht aus. Mit den verschärften Regeln für den Ehegattennachzug soll Zwangsheiraten vorgebeugt werden.

Im "Heute Journal" des ZDF sagte Kolat: "Natürlich respektieren wir Entscheidungen des Deutschen Bundestages und des Bundesrates. Aber trotzdem hilft es nicht der Integration." Die in der Türkei geborene Frauenrechtlerin Seyran Ates bezeichnete in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) die Boykottdrohung als "abstrakten Unsinn", kontraproduktiv und kindisch.

Kauder kritisiert Verbände

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) schrieb in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch), es sei erstaunlich, wie schnell manche Funktionäre von türkischen Verbänden das Wort Diskriminierung im Munde führten. Er warf ihnen vor, zu wenig zu tun, um die Integrationsprobleme der nachziehenden Ehefrauen zu lösen. Kauder forderte die Migranten auf, die Probleme selbst in die Hand zu nehmen, statt auf staatliche Hilfe zu warten. Alle Hilfe etwa durch Sprachförderung nütze nichts, wenn die Kinder nicht erleben, dass zu Hause deutsche Bücher im Regal stehen oder wenn nur ausländische Fernsehkanäle Zugang zum heimischen Wohnzimmer fänden.

Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk forderte die türkischen Verbände auf, ihre Boykott-Drohungen fallen zu lassen. "Die türkischen Verbände sollten sich nicht selbst ins Abseits stellen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch). Bisher habe die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert, "das darf jetzt nicht aufs Spiel gesetzt werden".

Dagegen zeigte Berlins Migrationsbeauftragter Günter Piening Verständnis für die Position der türkischen Verbände. "Es ist von Seiten der Bundesregierung unterschätzt worden, wie tief verletzt die Migrantenverbände über die nicht gehörten Vorschläge zum Zuwanderungsgesetz gewesen sind", sagte er der "Berliner Zeitung" (Mittwoch).

Beim zweiten Integrationsgipfel soll eine Bilanz des vor einem Jahr begonnenen Dialogs gezogen und ein Nationaler Integrationsplan vorgelegt werden. Selbstverpflichtungen sollen die Integration der Millionen Zuwanderer voranbringen. Türken stellen mit gut einem Viertel die größte Gruppe unter den 6,7 Millionen Ausländern in Deutschland. Hinzu kommen noch hunderttausende Eingebürgerte. (dpa)

Quelle: www.ksta.de ... »
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