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22.07.2013 2402
Istanbul - Polizeigewalt verhindert Hochzeitsfeier im Gezi-Park

Das frisch vermählte Paar vor dem Gezi-Park in Istanbul. © Erdem Sahin/EPA/dpa
Ein regierungskritisches Brautpaar wollte sich im Gezi-Park das Ja-Wort geben. Doch die Feier endete im Tumult, die Polizei trieb die Gäste mit Wasserwerfern auseinander.

Türkische Sicherheitskräfte haben eine Hochzeitsfeier von Regierungsgegnern im Istanbuler Gezi-Park nahe dem Taksim-Platz gewaltsam aufgelöst. Hunderte Menschen waren einer Einladung im Internet gefolgt und hatten sich am Samstag in dem kleinen Park versammelt. Dort wollte sich ein Paar, das sich Berichten zufolge bei den Protesten gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Juni kennengelernt hatte, das Ja-Wort geben.

Die Polizei sperrte den Park jedoch ab und trieb Hochzeitsgäste und weitere Demonstranten in eine nahe gelegene Fußgängerstraße. Die Sicherheitskräfte setzten dabei Plastikgeschosse, Wasserwerfer und laut Schilderungen von Zeugen auch Tränengas ein.

Das Hochzeitspaar hatte offenbar mit Widerstand gerechnet, die Braut trug einen Schutzhelm über ihrem weißen Schleier. Braut und Bräutigam wurden später für Fotos kurzzeitig in den Gezi-Park gelassen. Als die Menge jedoch begann, regierungskritische Parolen zu rufen, wurde sie wieder aus dem Park vertrieben.

Polizeigewalt lässt Ansehen der türkischen Regierung sinken

Der Gezi-Park war nach wochenlangen Demonstrationen von Regierungsgegnern auf dem Taksim-Platz erst vor zehn Tagen wieder geöffnet worden. Demonstrationen sind dort aber weiterhin verboten.

Die Proteste in der Türkei sind etwas abgeklungen. Sie hatten als Widerstand gegen Regierungspläne zur Bebauung des Gezi-Parks begonnen. Später richteten sich die Proteste dann gegen den autoritären Führungsstil der Regierung und Polizeigewalt. Nach Schätzungen der Polizei hatten sich 2,5 Millionen Menschen in 80 türkischen Städten an den Demonstrationen beteiligt.Vier Demonstranten und ein Polizist wurden getötet, etwa 8.000 Menschen wurden verletzt.

Das harte Vorgehen der Polizei bei den Protesten hat dem Ansehen der türkischen Regierung laut einer Umfrage geschadet. Erdoğans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) käme im Falle einer Parlamentswahl nur noch auf 44,1 Prozent, zitierte die Zeitung Hürriyet Daily News aus einer Umfrage des Meinungsinstituts Sonar. Im Februar 2012 seien es noch 53,2 Prozent und im vergangenen November 47,3 Prozent gewesen.

Quelle: www.zeit.de ... »

22.07.2013 2401
Proteste in der Türkei: Polizei sprengt Hochzeit im Gezi-Park

Brautschleier und Bauhelm: Ein türkisches Paar wollte seine Hochzeit im Istanbuler Gezi-Park feiern - und geriet zwischen die Fronten von Polizei und Demonstranten. Die beiden hatten sich beim Protest gegen die Regierung Erdogan kennengelernt.

Istanbul - Es sollte der schönste Tag ihres Lebens werden - doch für ein türkisches Hochzeitspaar endete er in Tränengas. Bei einer Attacke der Istanbuler Polizei auf die Demonstranten im Gezi-Park gerieten die jungen Eheleute zwischen die Fronten.

Zumindest waren die Wasserwerfer und Gummigeschosse der Polizei nichts Neues für die Frischvermählten: Sie hatten sich vor einem Monat im Gezi-Park bei einem Protest gegen den umstrittenen türkischen Ministerpräsidenten Erdogan kennengelernt und wollten ihre Hochzeitsbilder dort schießen - inklusive weißem Schutzhelm über dem Brautschleier. Dazu ließ die Polizei zunächst das Paar und Hunderte Protestierende in den Park.
Als Hochzeitsgesellschaft und Demonstrantenschar aber begannen, Parolen gegen die Regierung zu skandieren, räumten die Beamten den Park gewaltsam. Sie drängten die Demonstranten in eine Fußgängerzone und beschossen sie mit Tränengas.

Ansehen der Regierung Erdogan leidet

An den neuerlichen Protesten gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan beteiligten sich mehrere hundert Menschen. Das Wasser der Wasserwerfer war zeitweise mit einer Chemikalie versetzt, die ähnlich wie Tränengas wirkt.

Demonstranten klagten über Beschwerden an den Augen und Atemwegen. Offenbar können Wasserwerferpiloten die unbekannte Substanz dem Wasser auf Knopfdruck beimischen. Das Wasser färbt sich dann orange, Wasser und Sprühnebel rufen teils schwere Reizungen hervor.

Polizisten verfolgten Demonstranten in Seitengassen der Einkaufsstraße Istiklal Caddesi, die zum Taksim-Platz führt. Protestierende berichteten über Twitter von Festnahmen. In der Fußgängerzone waren zum Zeitpunkt des Wasserwerfereinsatzes auch zahlreiche Passanten und ausländische Touristen unterwegs.
Ihre als autoritär kritisierte Amtsführung schadet offenbar dem Ansehen der Regierung Erdogan: Laut einer aktuellen Meinungsumfrage käme seine Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) im Falle einer Parlamentswahl nur noch auf 44,1 Prozent. Im Februar 2012 seien es noch 53,2 Prozent und im vergangenen November 47,3 Prozent gewesen. Institutschef Hakan Bayrakci führte die gesunkenen Werte auf die seit Ende Mai andauernden landesweiten Proteste zurück, gegen die die Regierung mit harter Hand vorgeht.

Die wichtigste Oppositionspartei, die Republikanische Volkspartei (CHP), kommt in der Umfrage auf 28,2 Prozent - nach 19,8 Prozent im Februar 2012 und 25,2 Prozent im November. Bei der Wahl im Juni 2011 hatte die islamisch-konservative AKP von Ministerpräsident Erdogan 49,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können.

ade/AP/dpa

Quelle: www.spiegel.de ... »

22.07.2013 2400
Demonstrationen - Passt der politische Islam zur Demokratie?

Unterstützer des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf einer Demonstration in Düsseldorf.© Henning Kaiser/dpa
Von der Türkei bis Ägypten wird mit Religion regiert. Kulturen der Vielfalt sind dort bisher nicht entstanden. Wie passen Islam und Demokratie zusammen?

Vor knapp zwei Wochen entstand in Ägypten aus der millionenfachen Empörung des Volkes ein Militärputsch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Einen Monat zuvor hatte die Türkei die internationalen Schlagzeilen beherrscht, als hunderttausende Demonstranten in Istanbul ihrem autoritär-polternden Regierungschef die Stirn boten, der sie als Hooligans und Terroristen beschimpfte. Die Menschen im Iran dagegen hatten erstmals seit acht Jahren wieder etwas zu bejubeln. Sie hievten vor drei Wochen ausgerechnet einen 64-jährigen bärtigen Geistlichen im ersten Anlauf ins Präsidentenamt, bloß weil dieser es im Wahlkampf gewagt hatte, die erstickende Sicherheitsatmosphäre im Land zu kritisieren und den Bürgern eine Charta privater Freiheitsrechte zu versprechen.

So unterschiedlich die Konflikte in den drei größten Nationen des Nahen Ostens auf den ersten Blick erscheinen, so sehr gehen sie auf ähnliche Wurzeln zurück. Millionen Menschen dort sind es leid, sich mit frommen Vorschriften bis in ihr Privatleben hinein bevormunden zu lassen. In der Türkei wollen sich die Menschen die autoritären Einschränkungen ihrer frommen Herrscher nicht länger gefallen lassen. Irans politische Klerikerkaste kann die junge, frustrierte Bevölkerung nur noch mit einem beispiellosen Polizeistaat in Schach halten. Und in Ägypten hatten sich nach der Wahl des mit Gewalt gestürzten Mohammed Mursi so tiefe Gräben aufgetan, dass es so aussah, als könnten säkulare und fromme Bürger nicht mehr länger in einer Nation zusammenleben.

Türkei, Iran und Ägypten – in allen drei Nationen weiß man, was es heißt, unter dem Banner des politischen Islam regiert zu werden. Doch wie staatsfähig und demokratietüchtig ist der politische Islam – der alte in Ali Khameneis Islamischer Republik, der mittlere in Recep Tayyip Erdogans Türkei und der jüngste in Mohammed Mursis Ägypten? Wie tolerant und plural kann eine islamische Führung agieren, die sich in Politik, Kultur und Privatleben Allahs geoffenbarten Wahrheiten verpflichtet fühlt? Und wer garantiert Andersdenkenden und Andersgläubigen den Raum für ihre Lebensstile, Frauenbilder und Familienideale?

Der politische Islam muss sich noch beweisen

Die Bilanz ist trübe. Nirgendwo auf der Welt hat der politische Islam bisher belegt, dass er für offene Gesellschaften und stabile demokratische Verhältnisse sorgen kann. Nirgendwo sitzen mehr Journalisten im Gefängnis als in der Türkei und im Iran, selbst im viel gescholtenen China nicht. Nirgendwo existiert eine produktive Koexistenz zwischen islamistischen Machthabern und säkularer Zivilgesellschaft.

Denn im Staatsverständnis von Islamisten sind die Grenzen zwischen Regierungsverantwortung und religiöser Agenda fließend. Staat und Religion werden verquickt und politisiert, die Bürger erleben dies als permanente Invasion in ihr öffentliches Dasein und persönliches Leben. Islamistische Staatschefs fühlen sich autorisiert, ihren Glaubensbrüdern vorzuschreiben, wo es im Leben langgeht. Entsprechend lang ist die Liste der Erdogan’schen Weisungen: Kein Weißbrot essen, Ayran trinken und nicht Raki, mindestens drei Kinder haben, keine Alkoholwerbung und kein nächtlicher Verkauf von Schnaps. Irans Khamenei bestimmt sogar, was echte Kunst sein soll und was seine Bürger im Internet zu sehen kriegen, dass alle Frauen Kopftücher tragen müssen und wie lang ihre Röcke zu sein haben. Der ägyptische Glaubensbruder Mursi ließ die Justiz sofort gegen angebliche Gotteslästerer zu Felde ziehen. Er hält Tanzen für unislamisch und sieht darin einen Verstoß gegen Artikel zwei der ägyptischen Verfassung, der die Scharia als Hauptquelle des Rechts festschreibt: "Denn beim Tanz, das wissen wir alle, beeinflusst der Tänzer mit seinem Körper die Zuschauer auf eine negative Weise", dekretierte der fromme Ingenieur per Fernsehinterview, dessen Kulturerfahrung sich nach eigenem Bekunden auf Filme wie "Planet der Affen" und "Vom Winde verweht" beschränkt.

Vielfalt der Kulturen und Engstirnigkeit im Namen der Religion

Religiös gehört der Nahe und Mittlere Osten in der Menschheitsgeschichte zu den kreativsten Regionen der Welt. Heute leben hier Menschen fast aller muslimischen, christlichen und jüdischen Glaubensvarianten zusammen. Über Jahrtausende hinweg hat sich ein faszinierendes Geflecht von Kulturen entwickelt. Gleichzeitig aber ist der Orient auch Wurzelgrund für beispiellosen Fanatismus, Engstirnigkeit und Gewalt im Namen der Religion – eine Polarisierung, die immer weiter zunimmt. Denn für die einen ist Vielfalt im Glauben ein Reichtum, für die anderen ein Missstand. "Was ist der Frühling ohne seine Vielfalt und Farbenpracht – und was ist diese Farbenpracht verglichen mit den grauen Nebelschleiern des Winters", schrieb der griechisch-orthodoxe Erzbischof Paul Yazigi, der seit April in der Region Aleppo in Syrien von Kidnappern verschleppt ist. Vielfalt sei eine Bereicherung. Einfarbige Einförmigkeit dagegen eine Zeitbombe, die irgendwann auch ihren Besitzer töten werde.

Der saudische Justizminister Mohammed al Issa dagegen hat mit so etwas nichts am Hut. Saudi-Arabien erlaube die Einrichtung von nichtmuslimischen Gebetsstätten nicht und werde das auch in Zukunft nicht tun, bekräftigte er kürzlich in Brüssel bei einem Treffen mit der EU-Kommission. Ähnlich in der Türkei – auch hier werden Christen diskriminiert, Kirchenbau und Priesterausbildung behindert.

Grund dafür ist ein vormodernes Toleranzverständnis. Fremde Glaubenspraxis auf dem eigenen Boden wird begriffen als Verunreinigung, als Störung zwischen der menschlichen und göttlichen Sphäre, als eine Provokation Allahs, die Unglück oder Strafen auf die Rechtgläubigen herabbeschwören könnte. Strenge Kleriker plädieren sogar dafür, dass Andersgläubige die Arabische Halbinsel überhaupt nicht betreten dürften. Osama bin Laden hatte dem saudischen Königshaus einst vorgeworfen, mit der Stationierung von US-Truppen im Kuwait-Krieg gegen Saddam Hussein das Land zu entweihen. Man kann diese Linie noch weiter ziehen – von der vormodernen Toleranz zur mörderischen Intoleranz.

Bekanntlich gehört die Unterscheidung zwischen "rein" und "unrein" in der Welt der Religionen zu den Fundamentalkategorien. Heute aber ist sie eine primäre Quelle religiöser Gewalt. Terrorgruppen erklären sich dazu ermächtigt, im Namen Gottes die Welt von Falschgläubigen, Ungläubigen und Abtrünnigen zu reinigen. Und sie haben bei ihren Mordtaten gleichermaßen alle im Visier, moderate Muslime, Christen und Säkulare.

Der abgeschottete Islam lässt sich leicht globalisieren

Und so halten diese beiden Gegenpole von heiliger Vielfalt und heiliger Einfalt inzwischen alle Gesellschaften des Nahen Ostens in Atem. Je monolithischer, je dogmatischer das fromme Gehabe, desto dekulturierter, argumentiert der Islamforscher Olivier Roy und spricht von einer "Dekulturation des Religiösen". Vor allem die salafistisch-wahhabitischen Spielarten des Islam, die auf der Arabischen Halbinsel ihre Wurzeln haben, sind ausgesprochen kulturfeindlich und antiintellektuell. Für sie ist Kultur ein unberechenbarer und verführerischer Gegenspieler der reinen Rechtgläubigkeit. Kulturelle Vielfalt sehen sie als Bedrohung, sie verunklare die angeblich eindeutige Botschaft der heiligen Schriften.

Kein Wunder, dass sich diese abgeschottete Version des Islam besonders leicht exportieren und globalisieren lässt. Sie ist mit keiner Hochkultur verwoben, braucht kaum kulturelle Kontexte und entlastet ihre Anhänger von komplexen und vielschichtigen Aneignungsprozessen. Salafisten locken ihre Glaubenskunden mit einer Handvoll simpler religiöser Marker, an denen diese ihre Rechtgläubigkeit messen können – in den arabischen Ländern an der Mittelmeerküste genauso wie in Europa. Mit einem schnellen Sprung befindet sich der Bekehrte in einer übersichtlich-strenggläubigen Welt von Eindeutigkeit und Orientierung, mit vermeintlich klaren Unterscheidungen zwischen Gläubigen und Ungläubigen, Gläubigen und Irrgläubigen.

Die Folge ist eine summarische Einebnung von Normen, der Verlust einer differenzierten Hierarchie der Werte. Alles wird gleich wichtig. Und banale Regeln für das Alltagsbenehmen, wie Kopftuch tragen oder einer Frau die Hand geben, bekommen plötzlich einen zentralen Stellenwert, ja geradezu Indikatorfunktion für gottgefällige Rechtgläubigkeit. Unter solchen Vorzeichen zwingen sie dann ihren umgebenden Gesellschaften aggressive Kulturkämpfe auf, um sie von "unzüchtigen Umtrieben" und "Falschgläubigkeit" zu reinigen.

Der Trend zur Ausgrenzung von Minderheiten wächst

Im Nahen und Mittleren Osten ist die religiöse Polarisierung von Eindeutigkeit und Vielfalt zudem klar verortet. Das Zentrum der religiösen Vielfalt liegt in den Staaten entlang des Mittelmeers und Mesopotamiens, die eine vielschichtige, facettenreiche und tief gestaffelte Kultur- und Religionsgeschichte haben. In diesen Traditionen inkulturierter Religion wird religiöse Praxis von den Eltern an ihre Kinder mimetisch weitergegeben, also vorlebend und nachahmend, und damit kulturell getränkt und verwurzelt. In solchen Milieus gehört gegenseitige Toleranz beispielsweise zwischen Muslimen und Christen zum Alltag, weil sich die örtlichen Gläubigen durch viele gemeinsame kulturelle Wurzeln verbunden fühlen. Dagegen liegt das Zentrum von religiöser Eindeutigkeit und Kulturarmut in der Golfregion mit Saudi-Arabien als Schwerpunkt. Der religiöse Missionsdruck salafistischer Golf-Prediger, geschmiert mit Milliarden aus den prall gefüllten Ölkassen, ist so hoch, dass längst auch bei den Mittelmeeranrainern der Trend zu militanter Eindeutigkeit und Intoleranz, Ausgrenzung von Minderheiten und kultureller Monotonie wächst.

Zwischen strengen Islamisten und ihren Kritikern existiert ein grundsätzlicher Dissens über Rolle und Aufgabe des Staates sowie über das Verhältnis von Staat und Religion. Der politische Islam versteht den Staat als Transporteur und Treuhänder islamischer Normen. Machthaber wie der Iraner Khamenei, der Türke Erdogan oder der Ägypter Mursi wollen aus ihren Landsleuten per Staatsgewalt bessere Muslime machen. Sie nutzen den islamistischen Staat, um per Regierungsmacht Werte von oben vorzuschreiben.

Religion ist nicht mehr zentrales Fundament des Staates

Dagegen geht das westliche Konzept von einem im Prinzip wertneutralen Staat aus. Staat und Religion sind grundsätzlich voneinander getrennt, der Staat hat und der Staat vertritt keine Religion. Stattdessen ist er auf ethische Transferleistungen aus dem politischen und vorpolitischen Raum angewiesen, die er nicht aus sich selbst heraus generieren kann. Kehrseite dieses Staatskonzepts ist die Gefahr, dass die ideellen Quellen des Staates zurückgehen oder gar versiegen können, dass sich das soziale und moralische Kapital verbraucht, weil es nicht mehr ausreichend aufgefüllt wird. Religion aber ist nur eine unter verschiedenen Quellen für das Ethos einer Gesellschaft. Sie ist nicht mehr zentrales Fundament der staatlichen Ordnung. Und sie muss den Anspruch aufgeben, als geschlossenes Weltbild das Leben der Bürger umfassend zu regulieren.

Anders der politische Islam. Sein allgegenwärtiger religiöser Gestaltungsanspruch polarisiert die Gesellschaften. Sein Staatshandeln kennt keine klare Selbstbegrenzung. Und die nebulöse, religiöse Imprägnierung des Staates erzeugt bei seinen säkularen Bürgern ein permanentes Misstrauen. Bei jeder politischen Konzession bleibt ungeklärt, ob diese taktisch gedacht oder strategisch gemeint ist. Ist das Nachgeben Resultat einer grundsätzlichen Einsicht, dass der Staat nicht Agent eines bestimmten Weltbildes sein sollte? Oder ist es nur ein Winkelzug, um die Gemüter zu beruhigen, bis man irgendwann mit seinem frommen Masterplan weitermachen kann? Erdogan habe in den gut zehn Jahren seiner Regierung immer wieder versucht, seine konservativen Glaubenssätze per Gesetz voranzutreiben, erläutert die türkische Islamforscherin Sebnem Gümüscü. Die Reaktion der Bevölkerung beobachte er sehr genau. "Gibt es einen öffentlichen Aufschrei, zieht er die Maßnahmen wieder zurück."

Beim Millionenprotest gegen Mohammed Mursi am vorletzten Sonntag in Kairo war auch Mahmud Zein auf dem Tahrir-Platz mit dabei. Der Orthopäde trägt keinen Bart, ist nicht als Muslimbruder zu erkennen. Vier Stunden hat er sich unter den Zeltplanen dazugesetzt und zugehört, was Mursis Gegner diskutieren. Pünktlich um 13 Uhr war dann Schichtwechsel. "Meine Kollegen sind eingetroffen, ich gehe jetzt nach Hause und schreibe meinen Bericht an die Führung", sagte der 54-Jährige. Wie ein Geheimdienst trage die Muslimbruderschaft die Dossiers ihrer Beobachter im ganzen Land zusammen. Den Hass der Menge auf seine fromme Organisation hält er für ferngesteuert vom Ausland – von Amerika, England, Frankreich und natürlich Israel. "Wir haben sechzig Jahre lang unter Militärpräsidenten im Inneren dieser Gesellschaft gearbeitet", sagt er schließlich. "Und wir werden nicht wegen ein paar Wochen Turbulenzen unser langfristiges Ziel einer islamischen Gesellschaft aus den Augen verlieren."

Quelle: www.zeit.de ... »

18.07.2013 2399
'O polisler hesap vermeli'

İnsan Hakları İzleme Örgütü (HRW), İstanbul’daki Gezi Parkı protestoları sırasında polisin biber gazı kapsüllerini doğrudan göstericilerin üzerine attığını, bunları tehlikeli mermilere dönüştürdüğünü açıkladı. Biber gazının bu şekilde kullanılması nedeniyle HRW, on ağır yaralanma vakası tespit ettiğini belirtti.

İstanbul- Türkiye’deki yetkililere çağrıyı da içeren açıklamada şu ifadelere yer verildi: “Türkiye makamları biber gazının ne zaman ve nasıl kullanılabileceğine dair yönergeleri derhal elden geçirmeli, kapalı mekânlara ve doğrudan insanların üstüne biber gazı atılmasının yasaklandığını bu yönergelerde açıkça vurgulamalıdır. Yetkililer bu politikaya sıkı bir şekilde uyulmasını ve yönergeye uygun davranmayan polis memurlarının hesap vermelerini sağlamalıdır.”

İnsan Hakları İzleme Örgütü Türkiye uzmanı araştırmacısı Emma Sinclair-Webb, “Bu kapsülleri böylesine sorumsuzca kullanan polisler ve amirleri gereksiz zarar vermek ve hayati tehlikeye neden olmaktan sorumlu tutulmalıdırlar” dedi. “Gezi protestolarının ardından polislik yöntemleri, karar verme ve en tepeye varacak şekilde emir komuta zinciri hakkında kapsamlı bir kamu soruşturması yapılması gerektiğini” ifade eden Sinclair-Webb, “Tekil olarak kıdemsiz memurlarca gerçekleştirilen ihlalleri kovuşturmak, polisin gelecekte de aynı şekilde davranmasını engellemek için yeterli değildir” diye konuştu.

Orantılı kullanılmalı

HRW, biber gazını ancak gerekli durumlarda ve orantılı olarak kullanma çağrısında bulundu: “Normal koşullar altında ölümcül bir silah olmayan biber gazı, sınırlı kullanımı halinde bile maruz kalan kişilerde ciddi sağlık sorunlarına neden olabiliyor. Biber gazı -bir kalabalık kontrol yöntemi olarak- ancak mutlaka gerektiğinde ve şiddeti yatıştırmak üzere orantılı biçimde kullanılmalıdır.”

Açıklamada 16 Haziran 2013 tarihinde Avrupa İnsan Hakları Mahkemesi'nin, Türk polisinin biber gazını uygun olmayan bir biçimde göstericilerin doğrudan üzerine atarak 13 yaşındaki bir çocuğu yaralamasının insan hakkı ihlali olduğuna karar verdiği ve biber gazı kullanımından kaynaklanan ölüm ve yaralanma riskini en aza indirmek için daha güçlü tedbirler alınması çağrısında bulunduğu da hatırlatıldı. Açıklamada ayrıca İnsan Hakları İzleme Örgütü’nün, İçişleri Bakanlığı’nın 26 Haziran’da yayınladığı kanunsuz gösterilere karşı kolluk görevlilerinin kuvvet, özellikle de biber gazı kullanımını ele alan prosedürlerin yer aldığı genelgenin bir kopyasını incelediği duyuruldu.

Silah gibi kullanılması yasaklanmalı

Genelgede göstericilere biber gazı atılmadan önce uyarıda bulunulması, biber gazından önce tazyikli su kullanılması ve kapalı alanları, okulları, hastane, bakım evleri ve gösterilere katılmayan kişileri hedef almaktan kaçınılması gerektiği de ifade ediliyor. Sinclair-Webb, “Genelge olumlu bir adım olmasına rağmen, temel eksiği biber gazı kapsüllerinin göstericilere doğrudan atılarak yaralanmalarına yol açan silah gibi kullanılmasını yasaklamamasıdır” dedi.

Açıklamada Türkiye’deki güvenlik güçlerinin kötü bir karneye sahip olduğu da belirtildi: “İnsan Hakları İzleme Örgütü’nün defalarca belgelediği gibi, Türkiye polis ve güvenlik güçlerinin ihlaller, aşırı kuvvet kullanımı, işkence ve kötü muamele veyaşam hakkı ihlallerinden sorumlu tutulması konusunda oldukça kötü bir karneye sahip.”

Kaynak: www.cumhuriyet.com.tr ... »

17.07.2013 2398
Atatürk’ü çöpe attılar!

ANTALYA'daki Adem Tolunay Anadolu Lisesi'nde genel temizlik kapsamında çok sayıda Atatürk posteri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı okulu hemen önündeki çöp konteynerlerine atıldı. Çöpe atılan Atatürk posteri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı tablolarını çevrede oturanlar ve esnaf çöpten alarak ev ve işyerlerine götürdü.

GENEL TEMİZLİKMİŞ!

Adem Tolunay Anadolu Lisesi’nde dün yapılan genel temizlik sırasında çok sayıda Atatürk posteri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı’nın yazılı olduğu tablolar okulun hemen önünde duran 2 çöp konteynerine dolduruldu. Çöpteki Atatürk posterleri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı yazılı tablolar mahallede oturan Erdal Orhan ve birkaç kişi tarafından fotoğraflandı. Ardından bir kısmı çöpten alınarak hem kendi evlerine hem de çevredeki esnafa dağıtıldı.

OKUL MÜDÜRÜNÜN AÇIKLAMASI

Yaşanan olaya ilişkin Adem Tolunay Anadolu Lisesi Müdürü Osman Hatipoğlu, dün okulda genel bir temizlik olduğunu, incelemenin sürdüğünü ve konuya ilişkin açıklama yapamayacağını söyledi.

ESNAF SAHİP ÇIKTI

Çöp konteynırındaki Atatürk posteri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı yazılı tabloları farkederek fotoğraflayan Erdal Orhan, dün saat 18.00 sıralarında fırına pide almaya giderken bu iki konteynerin çevresinde Atatürk posteri, İstiklal Marşı, Atatürk’ün Gençliğe Hitabesi ve birçok vecizenin çerçeveli şekilde 2 konteyneri doldurduğunu gördüğünü söyledi. Bir çoğunun cam ve çerçevelerinin kırıldığını anlatan Orhan, “Sağlam olanlarını kurtardık ve buradaki esnaf arkadaşlara verdim. Birini de kendim götürdüm. Durum beni çok etkiledi. Sosyal medyada paylaştım” dedi.

3 YIL ÖNCE DE ATILMIŞ

Diğer yandan aynı şekilde yaklaşık 3 yıl önce de benzer bir olayın yaşandığı ortaya çıktı. Adem Tolunay Anadolu Lisesi’nin hemen karşısındaki Side Apartmanı Yöneticisi Mehmet Göktaş, yaklaşık 3 yıl önce aynı şekilde bu çöp kutusunun çevresine Atatürk resimleri, Gençliğe Hitabe ve İstiklal Marşı’nın atıldığını söyledi. Çöpte bulduğu resim ve tabloları alıp site yönetiminin odasına astığını belirten Göktaş, “Şu an bu odada asılı olanları da çöp kutusundan getirdik” diye konuştu.

Kaynak: sozcu.com.tr ... »
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